ELSFLETH - Auch der Kreislandvolkverband Wesermarsch spricht sich gegen die geplante Stromkabelverbindung zwischen Norwegen und Niedersachsen mit der geplanten Stromeinspeisung in Moorriem aus. „Allein die Verlegung der beiden Stromkabel bedeutet einen gewaltigen Eingriff in die Natur“, sagt Manfred Ostendorf, Geschäftsführer des Kreislandvolkverbandes Wesermarsch.
Kabel 13 Zentimeter dick
Die Verlegung der beiden im Durchmesser jeweils 13 Zentimeter starken Kabel hätten enorme Auswirkungen auf die zukünftige Nutzung der Flächen. „Nach der Verlegung der Kabel muss ein 16 Meter breiter Korridor freigehalten werden, um bei eventuellen Störungen an die Leitung zu kommen. Das birgt eine Menge Probleme. Zum Teil verläuft die Trassenführung direkt hinter den Höfen.“ Die geplante Trasse sei zum Teil diagonal durch landwirtschaftlich genutzte Flächen angelegt. Die Nutzung werde erheblich erschwert, zudem rechne man mit heftigen Versackungen.
Warum man bei der Stromeinspeisung ausgerechnet auf Moorriem kommt, kann Ostendorf überhaupt nicht nachvollziehen. „Es gibt wesentlich besser geeignete Stellen: das Kernkraftwerk Unterweser, sowie die Standorte Brunsbüttel und Maade“, sagt Ostendorf. Der Flächenbedarf der Konverterstation – die Rede ist von zwölf Hektar – passe nun wahrlich nicht in die Landschaft von Moorriem.
Aufklärungsbedarf
„Die Leute vor Ort sind beunruhigt. Es besteht noch eine Menge Aufklärungsbedarf“, sagt Ostendorf. Unterdessen hat die Pressesprecherin von Transpower, Cornelia Junge, im Gespräch mit derNWZ
bestätigt, dass die Stromübertragungs GmbH plane, das Umspannwerk auf den „eigenen Flächen“ in Moorriem zu installieren. Die Dimensionen des Umspannwerks seien noch nicht klar. Eventuell solle es später auch als Netzverküpfungspunkt von Offshore-Energie genutzt werden. „Wenn wir mit den Planungsstand weiter sind, werden wir das Projekt vorstellen“, sagte Junge. Sie wies zudem darauf hin, dass Transpower die Stadt Elsfleth im August über den geplanten Standort des Umspannwerks informiert habe.Davon will Elsfleths Bürgermeister Diedrich Möhring allerdings nichts wissen. „Wir haben keinen konkreten Standort genannt bekommen, nur, dass Transpower auf den eigenen Flächen in Moorriem plane. Wenn es konkrete Unterlagen zum Standort gebe, dann möge Transpower die Unterlagen doch bitte schnell auf den Weg bringen.“
Bekannt ist, dass Transpower sich bereits vor 30 Jahren Flächen gesichert hat, die südlich der Nordermoorer Hellmer und westlich von Vorwerkshof gelegen sind.
