ELSFLETH - Das Handwerk in der Wesermarsch wird sein moderates Wachstum auch 2008 fortsetzen. Diese Überzeugung äußerte Kreishandwerksmeister Kurt Breipohl auf der Mitgliederversammlung der Kreishandwerkerschaft Wesermarsch am Donnerstag im Hotel-Restaurant „Zur Kogge“. Allerdings zeige sich trotz allgemein guter Stimmung über die Gewerke ein uneinheitliches Bild. Breipohl: „Der Aufschwung erreicht nur Teile des Handwerks. Vor allem die konsumnahen Bereiche kämpfen nach wie vor mit Umsatzrückgängen.“ Um den Konsum anzukurbeln, bräuchte es eine deutliche Steigerung der Nettoeinkommen bei Arbeitnehmern und ebenso deutliche Entlastungen der Arbeitgeber. Nur so könne Spielraum für mehr Konsum und die notwendige private Vorsorge entstehen. Auch in der Wesermarsch sei das Handwerk auf steigende Investitionen der privaten und gewerblichen Kunden und der öffentlichen Hand angewiesen. Hier sei die Politik gefordert, unterstrich der Kreishandwerksmeister.
Für arbeitsintensive Dienstleistungen forderte Breipohl einen reduzierten Mehrwertsteuersatz . In Deutschland litten seit der Mehrwertsteuererhöhung vor allem die Friseure, aber auch andere Dienstleister. Im Bau- und Ausbaugewerk hätte das deutsche Handwerk Wettbewerbsnachteile gegenüber Firmen aus anderen EU-Ländern, die in den Genuss eines ermäßigtem Mehrwertsteuersatzes kämen. Für den Baubereich fordert Breipohl, das Landesvergabegesetz beizubehalten und fortzuführen.
Als Gast begrüßte Breipohl den Landtagsabgeordneten Björn Thümler. Der CDU-Politiker referierte zu dem Thema Küstenautobahn. Die A 22 sei für die regionale Anbindung von hoher Bedeutung, betonte Thümler. Zum Thema Vergabegesetz sagte der Abgeordnete, seine Fraktion arbeite derzeit an einer Regelung, die die Tariftreue auch weiterhin gewährleistet.
