ELSFLETH - Sie arbeiten in einem Traditionsunternehmen, und sie kämpfen für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. Die können aber nur gesichert werden, wenn sich der Betrieb entsprechend vergrößern darf: Sage und schreibe 9000 Unterschriften haben die 45 Beschäftigen des „Modehauses W“ in Bardenfleth (Landkreis Wesermarsch) in den vergangenen Wochen zusammengetragen, in denen die Unterzeichner eine entsprechende Erweiterung des Betriebes von 2150 auf 4050 Quadratmeter unterstützen.
Auch die Politik hat der Erweiterung des Unternehmens, das von den Textilfabrikanten vorgeschriebene Mindestverkaufsflächen vorhalten muss, zugestimmt. Der Kreisausschuss Wesermarsch hat den Erweiterungsplänen mit zehn zu eins Stimmen zugestimmt – und die politischen Gremien der Stadt Elsfleth agierten allesamt einstimmig. „Die Stadt Elsfleth steht wie ein Mann hinter Mode W“, sagt Elsfleths stellvertretender Bürgermeister Günther Vögel. Er weiß, dass Landrat Michael Höbrink aus raumordnungspolitischen Gründen Widerspruch bei der zuständigen Behörde, dem niedersächsischen Sozialministerium, eingelegt hat. Und Vögel vertritt den Standpunkt, dass Raumordnung so viel Spielraum lassen müsse, dass ein Unternehmen mit 150-jähriger Geschichte erhalten bleiben kann.
Gegen die Erweiterungspläne haben sich unter anderem die Städte Brake und Nordenham ausgesprochen, weil Kaufkraftverluste befürchtet werden. In einer gemeinsamen Sitzung beider Stadträte, zu der auch regionale Wirtschaftsvertreter und Politiker eingeladen wurden, soll die Problematik am Donnerstag, 22. April, in Brake ausführlich besprochen werden.
