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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Nordseewerke erneut insolvent

18.01.2019

Emden /Aurich Nach der vierten Insolvenz der ehemaligen Traditionswerft Nordseewerke innerhalb von sechs Jahren hat Niedersachsen Hilfe zugesichert. Die Landesregierung wolle den Werftstandort im ostfriesischen Emden erhalten und die Beschäftigung von 85 Mitarbeitern der insolventen Fosen Nordseewerke langfristig sichern. Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) äußerte sich am Donnerstag optimistisch zu den Entwicklungsmöglichkeiten und Zukunftsperspektiven auf dem Werftgelände. Sein Ministerium führe intensive Gespräche mit allen Beteiligten, teilte Althusmann mit.

Für die Mitarbeiter der Fosen Nordseewerke müsse die Nachricht über die zweite Insolvenz innerhalb eines halben Jahres ein Schlag ins Kontor sein, sagte der Minister. Zudem seien hätten die Beschäftigten offenbar seit Dezember kein Gehalt bekommen. Das Unternehmen war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Das Amtsgericht Aurich kündigte an, das weitere Vorgehen nach dem Insolvenzantrag zu prüfen.

Die Vorgängergesellschaft Nordseewerke Emden Shipyard (NES) hatte erst im vergangenen August Insolvenzantrag in Eigenregie gestellt. Im Oktober übernahm die norwegische Werft Fosen Yard nach ihrem Einstieg die Mehrheit in dem Unternehmen. Die Gesellschafter hätten sich jedoch über den Kurs des Unternehmens zerstritten, kritisierte Geschäftsführer Michael Hehemann von der Gewerkschaft IG Metall in Emden. „Die Lage der Branche ist eigentlich gut, es gibt Aufträge, aber das Unternehmen hat sich in den vergangenen drei Monaten mehr mit sich selbst beschäftigt“, sagte Hehemann.

Werft-Betriebsratschef Bernd Oltmanns nannte es eine „Frechheit“, den Streit auf dem Rücken der Mitarbeiter auszutragen. Es sei derzeit völlig unklar, ob es erneut eine Insolvenz in Eigenregie gebe oder welcher Insolvenzverwalter eingesetzt werde.

Für die SPD-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Johanne Modder, ist die erneute Insolvenz ein „handfester Skandal“. Sie forderte Investoren und Verantwortliche der Werft auf, die Lohnrückstände unverzüglich zu begleichen und sich für den Erhalt der Arbeitsplätze zu engagieren.

Die Grünen bezeichneten das Krisenmanagement des Landes als Katastrophe. Eigentümer und Politik seien jetzt gefordert, zusammen an einem Strang zu ziehen für eine stabile Lösung, erklärte die hafenpolitische Sprecherin, Meta Janssen-Kucz.

Die Stammwerft der Nordseewerke wurde 1903 gegründet und hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Zu ihrer Blütezeit Ende der 50er Jahre wuchs die Belegschaft zeitweise auf mehr als 5000 Menschen. 1974 übernahm die Thyssen AG die Nordseewerke und verkaufte sie weiter. Danach wurden statt Schiffe Großanlagen für Offshore-Windparks, Stahlkomponenten und Segmente für Kreuzfahrtschiffe der Papenburger Meyer Werft gebaut.

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