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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Die Elektro-Offensive trifft Volkswagen hart

22.12.2018

Emden /Hannover /Wolfsburg Volkswagen steuert mit seiner E-Auto-Offensive in die Zukunft – aber das wird auch Tausende Jobs kosten. Beim Hochfahren der Produktion von Elektrofahrzeugen könnten an den Standorten Emden und Hannover insgesamt bis zu 7000 Stellen wegfallen, die Rede ist von 4000 in Hannover und 3000 in Emden.

Dies sei jedoch nur möglich, wenn Altersteilzeit-Regelungen voll ausgeschöpft würden, hieß es aus Konzernkreisen. Betriebsbedingte Kündigungen hatte Vorstandschef Herbert Diess zuvor ausgeschlossen. Allerdings kündigte er wegen der verschärften CO2-Grenzwerte für Neuwagen in der EU ein noch härteres Umbauprogramm für den größten Autobauer der Welt an. Der Stellenabbau soll wie in der Beschäftigungssicherung im November vereinbart, über die natürliche Fluktuation und Altersteilzeit geschehen.

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Ein VW-Werkssprecher sagte am Freitag auf Nachfrage der NWZ: „Ich kann diese Zahlen nicht bestätigen, außer, dass Volkswagen allgemein gesagt hat, dass für die Produktion von Elek­trofahrzeugen weniger Mitarbeiter benötigt werden. Für uns gilt die Beschäftigungssicherung bis 2028“, hieß es.

Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste, sagte gegenüber der NWZ: „Der Umstieg auf Elektromobilität darf für Emden nicht zum Jobkiller werden. Wir kennen keine konkreten Zahlen und betriebsbedingte Kündigungen sind bis Ende 2028 ausgeschlossen. Weiter zu spekulieren, bringt nichts außer weiterer Verunsicherung.“ Stattdessen sollten sich alle fragen, wie sich möglichst viele Arbeitsplätze bei VW und den Zulieferern erhalten lassen, erklärte Geiken.

Lesen Sie auch: Will VW in Emden und Hannover 7000 Stellen streichen?

„Wir setzen darauf, dass Emden ein Standort für die Batteriezellfertigung wird und damit neue Arbeitsplätze entstehen. Das Werk könnte mit Windstrom betrieben werden. Nur dann ist es tatsächlich ökologisch sinnvoll. Das allein wird aber nicht reichen. Wir brauchen viel mehr Ideen, wie in Ostfriesland aus dem Zusammenspiel von Energie und Mobilität in den nächsten Jahrzehnten Wertschöpfung und Arbeitsplätze entstehen“, sagte Geiken.

Aus dem niedersächsischen Ministerium ließen Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und sein Stellvertreter Bernd Althusmann (CDU) über Regierungssprecherin Anke Pörksen ausrichten, dass sie den Abbau von Arbeitsplätzen bei VW bedauern. Das klare Bekenntnis des Automobilkonzerns zur Elektromobilität und der damit verbundene Umbau der Werke in Emden und Hannover sei aber ein gutes Zeichen für die Zukunftsfähigkeit der niedersächsischen Standorte.

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Anja Piel sagte: „Unsere Solidarität gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit ihren Familien in Emden und in Hannover, die ihre Lebensplanung umstellen müssen und für die das zu Weihnachten schlechte Nachrichten sind. Gemeinsam mit dem starken Betriebsrat müssen für jeden Einzelnen Lösungen gefunden werden.“

Missmanagement und Manipulationen an der Spitze des Unternehmens auf der einen Seite, Lücken in der Messtechnik und fehlende politische Leitplanken auf der anderen Seite hätten Innovationen jahrzehntelang ausgebremst, sagte Piel.

Regierungssprecherin Anke Pörksen ließ für den Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) und dessen Stellvertreter Bernd Althusmann (CDU) ausrichten, dass „uns allen bewusst war“, dass der Umstieg auf E-Mobilität mit dem Abbau von Arbeitsplätzen verbunden sein würde. Der Abbau solle aber sozialverträglich „entlang der demografischen Kurve“ vonstattengehen.

Auch das Emder VW-Werk befindet sich in einem großen Umbruch. Um den Standort für den Bau von Elektroautos fit zu machen, soll in den kommenden fünf Jahren mehr als eine Milliarde Euro investiert werden. Ab 2022 sollen die ersten E-Autos vom Band rollen.

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Mit dem Wandel zur Elek­tromobilität hat die ganze Industrie mit bundesweit mehr als 800 000 Beschäftigten zu kämpfen. Branchenexperte Stefan Bratzel geht von einem Rückgang der Beschäftigung um 15 Prozent bis 2030 aus.

Sabrina Wendt Redakteurin / Wirtschaftsredaktion
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Lars Laue Korrespondent / Redaktion Hannover
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