EMDEN - Zur Veranstaltung wurde auf einer Produktions-Linie verlangsamt gearbeitet. Ab 2008 soll in Emden ein Coupé vom Band laufen.

Von karin Spengler

EMDEN - Das VW-Werk in Emden öffnete am Sonnabend seine Tore und 73 000 Menschen kamen, um sich auf dem Gelände einen Eindruck von Ostfrieslands größtem Arbeitgeber zu verschaffen. Damit wurde die angestrebte Zahl von 70 000 Besuchern locker erreicht. Der Andrang war so groß, dass die Tore spontan eine halbe Stunde früher als geplant geöffnet wurden. Zu sehen war neben der Produktion und dem neuen Passat B6 auch die über 40-jährige Geschichte des Standortes. Unter anderem wurde der alte VW­Käfer präsentiert.

„Ausgezeichnet“, fand Gerhard Appel den Tag der offenen Tür. Kein Wunder, schließlich war der 66-Jährige von Anfang an dabei. Der Hinteraner hat damals als Vorarbeiter der Elektriker zugeschaut, als der erste Käfer vom Band lief. Das war im Dezember 1964, wie Emdens Werksleiter Siegfried Fiebig in der Begrüßung sagte. Nun, über 40 Jahre später, stehe das dritte in Emden produzierte Auto kurz bevor. „Es wird ein Coupé, das ab 2008 vom Band läuft”, kündigte Fiebig an.

Auch am Sonnabend standen die Bänder nicht ganz still. Auf einer Produktions-Linie wurde verlangsamt gearbeitet. „Damit Erklärungen möglich sind”, so VW-Pressesprecher Dr. Georg Göricke. Einer der 1700 VW-Arbeiter, die am Tag der offenen Tür in zwei Schichten am Band standen, war Peter Gerdes in Halle 16. Viele Auskünfte musste der 34-Jährige nicht geben. „Die meisten laufen mit Werksangehörigen durch und fragen wenig.”

Das Interesse am VW­Werk war jedoch groß. Schon um 11 Uhr hatten 25 000 Besucher die Tore passiert. Sie wurden unter anderem von 14 000 Luftballons begrüßt, die zur Dekoration aufgehängt worden waren. 350 Ordner ­– alles Werksangehörige – wiesen den Menschenmassen den Weg. Vier Bühnen und zahlreiche Aktionsstände machten den etwa vier Kilometer langen Rundgang kurzweilig.


Auch bei VW-Coaching wurde gearbeitet. Mit dabei waren Britta Helmers und Annika Wübbena. „Das ist cool“, meinten die beiden 18-Jährigen, die in der Pause sichtlich stolz in ihren VW-Overalls durch die Menge spazierten. Besonders aufgefallen sind sie damit aber nicht. Denn eigentlich war die Veranstaltung ein großes Familientreffen.

Fast jeder hatte in irgendeiner Form einen Bezug zum Werk. „Schließlich beschaffen wir 43 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in der Region”, meint Göricke. Und das solle so bleiben. Auch wenn am Sonnabend während der Veranstaltung nur rund 200 Passat B6 gefertig wurden.