EMDEN/WOLFSBURG - In Emden laufen erste Arbeiten für das Coupe. Ab 2009 soll ein neues VW-Modell kommen.

Von Rüdiger zu Klampen,

Marco Seng

und Reinhold Klama

EMDEN/WOLFSBURG - Für das Emder VW-Werk zahlt sich die in den vergangenen Jahren deutlich verbesserte Flexibilität der Anlagen und die Qualifizierung der Belegschaft zunehmend aus. Man sei „jederzeit dafür offen“, neben dem Passat weitere Modelle in Emden zu bauen, meinte der örtliche Betriebsratsvorsitzende Peter Jacobs im Gespräch mit dieser Zeitung. In Emden werden bereits erste Arbeiten für Prototypen des Passat-Coupés erledigt. Baubeginn ist im Herbst. 2008 soll es auf den Markt kommen. 2009 werde laut Vereinbarung mit dem Vorstand „ein weiterer, neuer VW kommen“, sagte Jacobs.

Der Betriebsrat wunderte sich allerdings über Spekulationen um die Fertigung von Audi-Fahrzeugen A 4 in Emden: „Das sehen wir für die nächsten Jahre nicht.“ Auch Audi widersprach. „Wir haben derzeit keine solchen Pläne“, sagte Audi-Sprecher Eric Felber dieser Zeitung. Geplant sei vielmehr ein Ausbau der Kapazitäten im Audi-Werk Neckarsulm.


In Branchenkreisen vermutete man, Werksleiter Siegfried Fiebig sei wohl bei Äußerungen über Flexibilisierung in Emden missverstanden worden.

„Die Flexibilisierung der Produktion gehört zu den Stärken des Werkes“, sagte VW-Sprecher Stefan Ohletz dieser Zeitung mit Blick auf den aktuellen Produktanlauf. Theoretisch möglich werde auch die Fertigung von Fahrzeugen außerhalb der Marke Volkswagen. „Das ist jedoch nicht geplant“, so Ohletz.

Bei VW in Emden wurde kürzlich das neunmillionste Fahrzeug in der Werksgeschichte produziert – natürlich ein Passat. Nach Gründung des Werks in Emden 1964 startete die Produktion zunächst mit dem Käfer. Der letzte Emder Käfer lief 1978 nach ca. 2,4 Millionen Exemplaren vom Band. Später wurden Golf, Kurierwagen und Audi 80 produziert. Seit 1977 wird der Passat gefertigt.