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Aktualisiert vor 11 Minuten.

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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Eine Milliarde Euro für VW-Werk in Emden

17.11.2018

Emden /Wolfsburg Das Emder Volkswagen-Werk wird elektrisch: Der VW-Aufsichtsrat bestätigte am Freitag in Wolfsburg, dass der ostfriesische Standort zu einem Leitwerk für die Elektromobilität werden soll. Um den Standort für den Bau von Elektroautos fit zu machen, soll in den kommenden fünf Jahren mehr als eine Milliarde Euro in Emden investiert werden. Ab 2022 sollen in dem ostfriesischen Werk die ersten E-Autos vom Band rollen.

Wie der Betriebsratschef des Emder VW-Werkes, Manfred Wulff, am Freitag erläuterte, sollen insgesamt fünf E-Modelle an dem Standort produziert werden: ab 2022 das Modell „Aero“, ein passatähnlicher Mittelklassewagen, in den Varianten Limousine und Variant; und ab 2023 ein Kleinwagen für unter 20 000 Euro, der intern „MEB entry“ genannt wird, für den ein endgültiger Name aber noch nicht feststeht. Dieses Modell, eine Art „SUV in Polo-Größe“ (Wulff), soll in drei fast baugleichen Varianten nicht nur für Volkswagen, sondern auch für Seat und Skoda gebaut werden.

Im Gegenzug wird sich das Werk schrittweise vom Verbrennungsmotor verabschieden. Schon die nächste Generation des Passat, für den Emden bislang Leitwerk war, soll nicht mehr in Ostfriesland, sondern im Skoda-Werk im tschechischen Kvasiny produziert werden, sagte Wulff.

Lesen Sie hier einen Kommentar zur Umstrukturierung des Emder VW-Werks

Die Produktion des Passat Variant soll Anfang 2022 in Emden auslaufen, die der Passat Limousine soll im Frühjahr 2024 enden. Das Modell Arteon werde bis Mitte 2023 in Emden gebaut. Der Arteon Shooting Brake, dessen Produktion erst Ende 2019 beginnen wird, soll als letztes Modell mit Verbrennungsmotor bis 2027 in Ostfriesland vom Band laufen.

Dieser schrittweise Übergang hat zur Folge, dass zeitweise acht Fahrzeugmodelle gleichzeitig in Emden produziert werden. „Das bedeutet für unsere Planer eine große Herausforderung“, sagte Wulff.

Insgesamt zeigte sich der Betriebsratschef sehr zufrieden. „Das ist eine super Chance für den ostfriesischen Standort“, sagte Wulff. „Das gesamte Paket ist ein sehr gutes.“ Ein Wermutstropfen sei allerdings, dass die Arbeitsplätze von 500 befristet beschäftigten Mitarbeitern in Emden in den kommenden Monaten entfallen werden.

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Insgesamt will der Volkswagen-Konzern seine Investitionen in Elektromobilität und Digitalisierung in den kommenden fünf Jahren auf knapp 44 Milliarden Euro aufstocken. Dies entspreche rund einem Drittel der Gesamtausgaben im Planungszeitraum 2019 bis 2023, teilte der Konzern am Freitag mit.

Die IG Metall Küste begrüßte indes die Entscheidung des VW-Aufsichtsrates, das Emder Werk auf Elektromobilität auszurichten. Gleichzeitig forderte die Gewerkschaft langfristige Perspektiven für Beschäftigung am Standort. „Der Umstieg auf Elektromobilität ist eine Chance. Er darf aber nicht zu Lasten von Beschäftigung in der Region gehen. Da sehen wir den Konzern in der Verantwortung“, sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. „Das Management ist gefordert, nicht nur neue Produkte, sondern auch genügend Arbeit nach Emden zu holen.“

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Wie berichtet, soll es für die Stammbelegschaft bis zum Jahr 2028 eine Jobgarantie geben. 500 Leiharbeiter werden allerdings nicht übernommen. Sie erhalten Arbeitsangebote an anderen VW-Standorten (Kassel) und Porsche (Stuttgart). Ungeachtet dessen, ob sie das Angebot annehmen, erhalten sie eine Abfindung in Höhe von 20 000 Euro. Zurzeit sind noch rund 9000 Mitarbeiter im Emder Werk beschäftigt. Gebaut werden dort die Modelle Passat Variant, Passat Limousine, der Arteon und in Kürze der Arteon Kombi.

Dass betriebsbedingte Kündigungen in Emden bis 2028 ausgeschlossen wurden, begrüßte Geiken. „Das gibt den Kolleginnen und Kollegen bei den anstehenden Veränderungen mehr Sicherheit.“ Kritisch sieht er aber, dass 500 Beschäftigte mit befristeten Verträgen nicht bleiben sollen. „Das ist Resultat von hausgemachten Fehlentscheidungen der Konzernleitung, unter denen die Beschäftigten und ihre Familien jetzt leiden müssen“, sagte Geiken.

Jörg Schürmeyer
Redakteur
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2041
Sabrina Wendt
Redakteurin
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2042

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