Emden/Wolfsburg - Das Emder VW-Werk bekommt pünktlich zum 50-jährigen Bestehen des Standorts einen neuen Leiter. Wie diese Zeitung aus VW-Kreisen erfuhr, soll Jens Herrmann zum 1. April die Leitung des Volkswagen-Stammwerks in Wolfsburg übernehmen. Der 54-Jährige soll dort Siegfried Fiebig ablösen. „Mister Golf“ übernimmt nach sechseinhalb Jahren an der Spitze in Wolfsburg künftig die Position des Geschäftsführers von Volkswagen Sachsen.

Bei VW wollte man die Personalien am Freitag nicht kommentieren. „Zu Personalspekulationen äußern wir uns grundsätzlich nicht“, sagte ein Sprecher auf Anfrage.

Herrmann leitet seit Januar 2010 als Nachfolger von Pavel Vacek das Emder VW-Werk. Zuvor war der 54-jährige Ingenieur aus Bremen als Produktionsleiter an dem ostfriesischen Standort tätig. Unter seiner Führung wurde in den vergangenen Monaten die Werksmodernisierung und die Umstellung auf die Produktion der neuen Passat-Generation vorangetrieben. Doch dem 54-Jährigen ist auch das Stammwerk in Wolfsburg nicht fremd. Von 2006 bis 2008 war Hermann in der Fabrik am Mittellandkanal Gesamtverantwortlicher für die Fahrzeugmontage, was wohl mitentscheidend für seine jetzige Berufung war.

Herrmann würde mit seinem Wechsel eine kleine Emder Tradition in Wolfsburg fortsetzen. Denn auch der nun scheidende Wolfsburger Werkleiter Fiebig hat Verbindungen nach Ostfriesland. Der gebürtige Bielefelder, der in diesem Monat 59 Jahre alt wird, hatte vor Vacek das Emder Werk geleitet.

Noch offen ist derweil, wer künftig die Führung in Emden übernehmen wird. Wie aus VW-Kreisen zu erfahren war, werden mehrere Kandidaten gehandelt. Die „Emder Zeitung“ brachte u. a. am Freitag Josef Baumert ins Spiel. Der 48-Jährige leitet zurzeit das Volkswagen-Werk im russischen Kaluga.

Jörg Schürmeyer
Jörg Schürmeyer Thementeam Wirtschaft