Dubai - Weite Wüste umgibt den neuen Flughafen der Emirates Airlines. Doch die größte Fluggesellschaft des Nahen Osten sieht in der kargen Landschaft nicht weit von Dubais zweitem großen Flughafen gelegen etwas anderes: „Was sie hier sehen, ist nicht Sand, sondern ein Land der Möglichkeiten“, sagt Henrik Ambak, Emirates“ Vizepräsident für weltweite Frachtoperationen.
Mit den zollfreien Lastwagen-Strecken vom Hauptflughafen und dem riesigen Seehafen Dschebel Ali soll das neue Frachtzentrum SkyCentral des Flughafens Al Maktum nach den Vorstellungen der Fluggesellschaft sowohl das Geschäft im Inland als auch mit den 145 Zielflughäfen in aller Welt anziehen.
Emirates, aber auch die Herrscher in Dubai, setzen auf das Wachstum von Al Maktum International. Der Flughafen soll einmal als Drehkreuz für bis zu 200 Millionen Passagiere pro Jahr dienen und damit zum größten Airport der Welt werden. Bislang kommen dort pro Tag jedoch nur ein paar wenige Flugzeuge der Gesellschaften flydubai, Wizzair, und Qatar Airways an. Dagegen ist der Hauptflughafen Dubai International der weltweit am meisten frequentierte Passagierflughafen.
Bei einer Tour durch die Frachtanlage SkyCentral im Rahmen der Dubai Airshow konnten sich Journalisten ein Bild von der Einrichtung machen. Unter anderem gibt es dort mobile und stationäre gekühlte Lager für frische Lebensmittel und Medikamente, zudem nahegelegene Abstellplätze für 12 der 15 Frachtflugzeuge der Emirates-Flotte.
Al Maktum liegt nur 77 Kilometer von Dubai International entfernt. Laut Emirates können im neuen Frachtzentrum Waren innerhalb von fünf Stunden umgepackt werden. Die Großflugzeuge der Emirates-Flotte wie die Boeing 777 können bis zu 25 Tonnen Fracht aufnehmen - und die Passagierflüge, die nach Dubai kommen, bedeuten eine Menge Fracht, die dann später von Al Maktum weitergebracht werden kann, wie Nabil Sultan, Chef von SkyCargo, sagt. „Das sind derzeit Minifrachter, wenn sie so wollen“, sagt Sultan. „Das trägt zu unserer Kapazität und unserer Reichweite bei, die wir weltweit haben.“
Angeflogen werden immer häufiger Ziele in Nordamerika, darunter Chicago oder Columbus in Ohio. Aber auch für Waren von und nach China dient das Frachtzentrum als Umschlagsplatz, wie ein Blick auf die Labels zahlreicher Behälter mit Elektronik und anderen Geräten verrät. Denn für Emirates ist China weiterhin eine der Hauptrouten - ungeachtet des ins Stocken geratenen Wachstums dort. „Trotz der Untergangsszenarien, die man hört, gibt es noch immer eine riesige Menge von Fracht, die um den Globus transportiert wird“, sagt Sultan.
Die Sicherheit bleibt dabei eine große Sorge. Die Emirates-Vertreter beschreiben, wie sie die Lastwagenlieferungen zwischen den beiden Flughäfen sichern und überwachen. Das Thema bekam traurige Aktualität durch den Absturz einer russischen Maschine in Ägypten, bei dem am 31. Oktober 224 Menschen ums Leben kamen. Laut amerikanischen und britischen Sicherheitsexperten war wahrscheinlich eine Bombe an Bord der Grund für den Absturz.
„Es gibt da draußen immer jemanden, der versucht, jeden Tag das System zu schädigen“, sagt Ambak. „Wir müssen eben immer versuchen, ihnen einen Schritt voraus zu sein.“
