EMSTEK - 27 Kinder aus Tschernobyl sind zurzeit im Landkreis Cloppenburg zu Gast. Auch fast ein Vierteljahrhundert nach der Katastrophe brauchen die Menschen dort noch Hilfe, so Kerstin und Ursula Feldhaus aus Halen, die sich im „Aktionskreis Hilfe für Tschernobylkinder im Landkreis Cloppenburg“ engagieren.

Sechs der Kinder, fünf Mädchen und ein Junge, sind bei Gasteltern in Halen untergebracht und haben dort zum Beispiel das Schützenfest mitgefeiert. Jetzt waren sie im Emsteker Rathaus, wo sie von Bürgermeister Michael Fischer empfangen wurden. Fischer erzählte den Kindern, die aus der bei Tschernobyl liegenden Stadt Retschiza kommen, etwas über Schulen und Kindergärten in Emstek. Aber auch die allgemeinen Lebensumstände in der Gemeinde kamen zur Sprache. Dabei griff Vesta Genzel dem Bürgermeister kräftig unter die Arme. Die Frau, die sich in der Gemeinde sehr für Aussiedlerfamilien engagiert, übersetzte Fischers Worte ins Russische.

Natürlich hatte der Bürgermeister auch noch ein paar Geschenke für die kleinen Gäste parat. Und die Cola oder die Limo schmeckten auch ganz lecker. Hinzu gab es etwas Taschengeld.

Diesmal nur 27 Kinder

Dass in diesem Jahr nur 27 Kinder zu Gast im Landkreis sind, habe seine Ursache in den frühen Ferien, so Kerstin Feldhaus. Finanziell gesehen sei eine kleine Gruppe unrentabel, denn logischerweise ist der Bus, mit dem die Kleinen ihre 2500 Kilometer zurück legten, nicht ausgelastet gewesen. „Und dabei ist der Transport das teuerste“, so Feldhaus, die gleichzeitig um Gasteltern wirbt. Wer im nächsten Sommer ein Kind aufnehmen möchte, kann sich unter der Rufnummer 04473/930144 bei ihr melden.


Zwischen sieben und 16

Die Kinder, die über den Arbeitskreis aus Weißrussland nach Deutschland kommen, sind zwischen sieben und 16 Jahre alt. Viele von ihnen waren schon zu mehreren Erholungsaufenthalten hier. Viermal sei eigentlich das Maximum, so Feldhaus. Die Verständigung sei kein größeres Problem. Irgendwie sei es schon zu schaffen.

Generell sei die Bevölkerung in dem immer noch verstrahlten Gebiet sehr arm, so Feldhaus. Die Familien lebten mit bis zu fünf Personen in einem Raum, in dem gewohnt, geschlafen und gegessen werde. Mit den Nahrungsmitteln sei man immer noch sehr vorsichtig. Bananen stünden aber hoch im Kurs.