EMSTEK - Strengere Selektion, bessere Vergleichbarkeit und bei der Zucht auch auf erfahrene Pferde setzen: So lautete die Botschaft des Zuchtleiters Dr. Wolfgang Schulze-Schleppinghoff an die Züchter des Oldenburger Pferdes am Montagabend auf deren Bezirksversammlung Cloppenburg, Vechta und Diepholz in Emstek. Die mögliche Ursache für die mäßigen Zuchterfolge bei den Dressurpferden sieht der Zuchtleiter bei der schlechten Selektion und der Auswahl des Erbgutes.
Wer nur auf die Jugend als Vererber setzt, könne gleich Lotterie spielen. Denn es gebe für die jungen Vererber nur begrenzte Aussagen über Nachkommen. Unter den 20 am meisten eingesetzten Hengsten befänden sich nur drei, die zum Zeitpunkt der Bedeckung zehn Jahre oder älter sind.
Von den 17 Jungen gebe es lediglich vier mit ersten Nachkommen unter dem Sattel. „Viele Junghengste halten nicht das, was sie versprechen“, so Schulze-Schleppinghoff. Die Präsentation der Hengste in Vechta solle nach seinem Verständnis nicht das Maß aller Dinge sein, da dies nur eine Momentaufnahme des Tages sei.
Ferner stellt der Zuchtleiter die Objektivität der Hengstprüfungen infrage. Hier werde es Veränderungen geben, deren Ziel die Vergleichbarkeit unter den Prüfstationen und den Hengsten sei. Erreicht werden soll dies durch eine zentrale Zuteilung der Sachverständigen und unabhängige, mehrfache Bewertungen des Trainings und der Abschlussprüfung sowie der Übernahme der Verantwortung durch den Zuchtverband mittels Stewards.
Die Zahlen des Bezirks nannte Geschäftsführer Heiner Kanowski. So seien die Mitglieder auf 7437 (Vorjahr 7183) gestiegen. Mit 10 566 Stuten sei der Bestand um 91 gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Die Anzahl der Fohlen mit 6759 ist nahezu konstant. „Trotz des Krisenjahrs ist der Gesamtumsatz mit rund zehn Millionen Euro gut gelaufen“, so Kanowski. Die Frühjahrsauktion erbrachte einen Durchschnitt von 32 000 Euro und spiegele die gute Qualität der Zucht und das Engagement des Auktionsteam wider.
Für ihre Zuchterfolge und Engagement überreichten Präsident Wilhelm Weerda und Obmann Bernhard Engelmann die silberne Nadel des Verbandes an die Züchter Heinrich Themann (Muehen), Franz-Rudolf Sanktjohanser (Löningen) sowie an Heinz Wulf und Heinrich Fugel (beide Saterland). Ein Präsent erhielt der Emsteker Züchter Georg Sieverding für hohe Qualität in der Pferdezucht.
