Emstek/Großenkneten - Die Ursachen für fallende Grundwasserstände am Baumweg in Emstek und im benachbarten Großenkneten herauszufinden, ist komplex. Das haben die zahlreichen Sitzungen des Runden Tisches zum Wasserhaushalt gezeigt. Zur Beantwortung noch offener Fragen sollen jetzt zwei Gutachter beitragen: Martin Meinken aus Bad Nenndorf und der Berliner Dr. Stephan Hannappel stellten sich jetzt den Teilnehmern auf dem Biohof Bakenhus in Großenkneten vor.

Im Mittelpunkt steht die Frage, welchen Einfluss die Wasserförderung des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbands (OOWV) auf die Natur hat. Der Verband betreibt in Großenkneten für die Trinkwasserversorgung eines seiner größten Werke. Es fördert rund 15 Millionen Kubikmeter Grundwasser pro Jahr. 19 Millionen Kubikmeter wären erlaubt. Einige Brunnen liegen am Baumweg in Emstek. Dort bemerken Anwohner, dass Bäume unter der Trockenheit leiden. Auch die Vehne fällt mancherorts trocken. Dass die Wasserförderung die alleinige Ursache für die beobachteten Veränderungen sein soll, konnte am Runden Tisch bisher nicht nachgewiesen werden. Denn es gibt viele weitere Faktoren, die den Wasserhaushalt einer Region beeinflussen.

Die Zusammenhänge soll im Auftrag des OOWV der Sachverständige Martin Meinken, Inhaber des Ingenieurbüros H.-H. Meyer, untersuchen. Dr. Stephan Hannappel von der Hydor Consult GmbH wurde als Begleitgutachter für den Runden Tisch von der Gemeinde Emstek beauftragt.

Neue Erkenntnisse verspricht sich der Runde Tisch, der vom OOWV mit initiiert wurde, von einer Modellierung, die Meinken aus unterschiedlichen Daten vornehmen wird. „Ich lege großen Wert darauf, möglichst viel mit Messdaten zu arbeiten, weil sie zuverlässiger sind als Berechnungen“, erklärte der Ingenieur. Gleichwohl werde es Berechnungen zu den Auswirkungen der Wasserentnahmen geben. Die Aufgabe von Hannappel besteht darin, die Untersuchungen kritisch zu begleiten und die Erkenntnisse zu bewerten.

Moderator Peter Brieber warnte am Runden Tisch vor zu hohen Erwartungen der Teilnehmer. „Die Gutachter werden in einem ersten Schritt die hydrogeologischen Auswirkungen beschreiben. Wir alle wollen zwar wissen, welche Fördermenge vertretbar erscheint. Zur Bewertung ist aber vermutlich noch die Expertise weiterer Fachleute erforderlich.“