EMSTEK - 100 Mitglieder nahmen an der Versammlung teil. Auch das Referat stieß auf Interesse.

von heinz Haupt

EMSTEK - Eine positive Bilanz hat die Interessengemeinschaft (IG) „Altes Gogericht auf dem Desum“ während der gut besuchten Mitgliederversammlung bei „Backhaus“ in Emstek gezogen. Vorsitzender Georg Meyer-Nutteln erinnerte an zahlreiche Aktivitäten und berichtete über die Planung künftiger Veranstaltungen.

Höhepunkt in 2006 sei der bereits zur Tradition gewordene Gogerichtstag mit dem Bürgermeister der Stadt Friesoythe, Johann Wimberg, gewesen. Auch sei es der IG gelungen, die von ihr vor 17 Jahren errichtete Thingstätte auf dem Desum zum Treffpunkt vieler Besucher aus dem Oldenburger Münsterland zu machen. Die Geschichte der Heimat, in Granitsteinen symbolisch dargestellt, könne dort von Jedermann erfahren und erlebt werden.

Traditionsgemäß wird die Besuchssaison auf der Desum-Anlage wieder mit einer Maifeier offiziell eingeläutet. Besichtigungen seien aber jederzeit möglich, Führungen nach Anmeldung.

Über die Finanzlage der mehr als 400 Mitglieder zählenden Gemeinschaft berichtete Schatzmeister Gerd Haake. Ihm wurde eine vorbildliche Buchführung bescheinigt.


Beim diesjährigen Gogerichtstag, der am Sonnabend, 30. Juni stattfindet, werden der Heimatverein und die Gemeinde Bakum die Patenschaft übernehmen. Während einer in historischen Kostümen abgehaltenen Gerichtssitzung werden wieder aktuelle und historische Fälle von 24 berufenen und gewählten Schöffen verhandelt. Kostüme für den Gogerichtstag können am 16. Juni um 11 Uhr bei Heinrich Hülsmann in Desum abgeholt werden.

Im Anschluss referierte Dr. Karl Feldkirch aus Ottersberg zum Thema „Das Gogericht auf dem Desum und der Roland in Bremen“. Er verstand es – durch eine Diaserie unterstützt –, lebhaft, fachkundig und informativ das Thema zu vermitteln. Nicht nur in Bremen und in vielen weiteren Städten in der Bundesrepublik, sondern auch in Polen, Estland, Kroatien und sogar in lateinamerikanischen Ländern gebe es Statuen des Ritters aus der Zeit Karls des Großen als Symbolfiguren der städtischen Gerichtsbarkeit.

Zum Abschluss stärkten sich die rund 100 Versammlungsteilnehmer mit Heringen, Butter und Brot als „Gerichtsgefälle“ von der Stadt Wildeshausen.