EMSTEK/WILDESHAUSEN - Ein Bauer, der im Regelwerk der Bürokratie nicht mehr aus noch ein weiß, sowie ein Streit aus den Jahren 1771 bis 1777 zwischen „Tellerlickers“ und Bräischlackers“ standen am Sonnabend zur Verhandlung auf dem Desum an. Nahezu 350 Besucher und Aktive hatten sich zusammen gefunden, um gemeinsam mit dem Gografen Josef Saalfeld Recht zu sprechen. Saalfeld, ein emeritierter Pfarrer aus Löningen, hatte gleich die aufgebrachten Streithähne aus dem Hasegau mitgebracht. In diesem Jahr haben die Heimatfreunde aus Löningen die Ausrichtung des historischen Rechtstreits übernommen.
Gleich vier Schöffen schickte Wildeshausen in diesem Jahr wieder in den Umstand des Gogerichtstages auf dem Desum zur Unterstützung des Gografen Pastor em. Josef Saalfeld: Rolf Ellerhorst, Hans-Günther Voss, Ewald Springer und Günter Vorberger.
Das Gogericht war Teil der mittelalterlichen Gerichtsbarkeit in Wildeshausen. Es hatte seine Zuständigkeit innerhalb der früheren Dorfschaftsverbände des altsächsischen Stammesgebietes (so genannte Gos). Der von der Bevölkerung gewählte Gograf leitete die Versammlung und führte das Urteil herbei. Seit 1429 ist der Wildeshauser Stadtrichter auch als „Gograf zum Desum“ überliefert.
