Berlin - Für Hacker und Kriminelle könnte es ein gefundenes Fressen werden: Ab Dienstag unterstützt Microsoft sein Betriebssystem Windows XP nicht mehr mit nötigen Updates. Sicherheitslücken werden dann nicht mehr geschlossen. Seit vielen Wochen warnt das Unternehmen davor, Rechner mit XP und Internet-Verbindung dann noch weiterzubetreiben.

Dennoch liefen laut dem Analysedienst StatCounter im April in Deutschland noch 10,04 Prozent aller Rechner mit dem Dinosaurier. Weltweit waren es demnach 17,42 Prozent. Es gab zuletzt aber auch Schätzungen, die auf bis zu 30 Prozent hinausliefen.

Fast 14 Jahre hat XP nun schon auf dem Buckel und gehört damit zu den absoluten Oldtimern der Softwareindustrie. Vor allem privaten Nutzer raten Experten dringend davon ab, das System weiter zu betreiben.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik BSI erwartet, dass sich Kriminelle derzeit bewusst zurückhalten, um bereits gefundene Sicherheitslücken zum Stichtag auszunutzen. Nach Schätzungen von Microsoft ist das Risiko, sich mit Schädlingen zu infizieren, unter XP ohnehin 21 Mal höher als etwa unter Windows 7.

Microsoft hat für jene, die auf Windows 7 oder 8 aufrüsten wollen, einen Leitfaden veröffentlicht (http://dpaq.de/8TFa1). Es gebe aber auch Alternativen, sagt Matthias Gärtner vom BSI. So lasse sich etwa ein alternatives Betriebssystem wie Linux auf die alten Geräte aufspielen.


Unternehmen riet das Analysten-Haus Ovum zuletzt, sich möglicherweise Alternativen zu überlegen, bevor sie Hunderte von Rechnern und Laptops mit einem neuen Betriebssystem aufrüsten. Jedoch: Rund 30 Prozent der Unternehmen weltweit würden XP weiter nutzen müssen, weil einige ihrer Systeme nur auf diesem System liefen, schätzt der IT-Sicherheitsdienstleister McAfee.