Aurich - Der Windkraftanlagenbauer Enercon rechnet mit Überkapazitäten, Preisdruck und Fusionszwang in der Branche. „Aufseiten der Hersteller sind Überkapazitäten zu verzeichnen, die einen starken Wettbewerb mit rückläufigen Preisen erwarten lassen“, heißt es in der seit Kurzem einsehbaren jüngsten Bilanz der Enercon-Mutter UEE Holding, deren Angaben knapp ein Jahr alt sind.
Die Ostfriesen sehen sich aber gewappnet. „Aufgrund des anhaltenden Preiskampfes gehen wir mittelfristig von einer Marktkonsolidierung auf Herstellerseite aus, erwarten aber selber, nicht substanzgefährdend in Mitleidenschaft gezogen zu werden“, hieß es.
Der Konzern aus Aurich konzentriere sich nur auf erschlossene Märkte, in denen die Kundenbeziehungen gefestigt seien – die boomenden Märkte USA, China und Indien meidet Enercon aus strategischen Gründen ebenso wie die Offshore-Windkraft auf hoher See. In den kommenden Jahren will das als sehr verschwiegen geltende Unternehmen bis zu 70 Prozent Exportanteil erreichen, zuletzt lag dieser bei etwa 50 Prozent.
2014 sank Enercons Weltmarktanteil von 9,8 auf 7,8 Prozent. Seinen Umsatz steigerte der Konzern minimal von knapp 4,9 auf gut 4,9 Milliarden Euro. Der Gewinn nach Steuern kletterte von 473 auf 490 Millionen Euro.
