Aurich - Enercon hat einen weiteren Großauftrag in der Türkei an Land gezogen. Wie der Auricher Windenergieanlagenhersteller am Donnerstag mitteilte, liefert und installiert er 64 Windräder des Typs E-138 EP3 mit einer Gesamtleistung von 260 Megawatt an Kalyon Enerjii. Der türkische Energiedienstleister hatte 2022 bei einer Ausschreibung des türkischen Ministeriums für Energie und natürliche Ressourcen für das Projekt „Yeka Res-3“ den Zuschlag erhalten.

Zum Auftragsvolumen machte Enercon keine Angaben. Nimmt man vergleichbare Projekte als Maßstab, dürfte es sich aber im niedrigen dreistelligen Millionenbereich bewegen.

Zahlreiche Windkraftanlagen stehen auf Feldern im Landkreis Aurich. Im Februar 2022 gab es eine Cyberattacke in der Ukraine, bei der auch die Steuerung von deutschen Windkraftanlagen betroffen war.

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Annika Schmidt
Ostfriesland

Profitieren von dem Auftrag dürfte auch der Standort Aurich, wo die Gondeln für die Windanlagen produziert werden sollen. Alle übrigen Hauptkomponenten werden Enercon zufolge in der Türkei hergestellt.

„Die Türkei bleibt ein strategischer Markt für uns“, wird Enercon-Vertriebschef Ulrich Schulze Südhoff in einer Unternehmensmitteilung zitiert. „Wir werden unsere Präsenz in diesem Land weiter ausbauen.“ Das Auricher Unternehmen will sich im Zuge seiner neuen strategischen Ausrichtung auf bestimmte Auslandsmärkte konzentrieren - und dazu zählt auch die Türkei.

So hatte der ostfriesische Windkraftanlagenhersteller Ende April bekanntgegeben, zwei Prototypen seines neuen Topmodells E-175 EP5 (175 Meter Rotordurchmesser, 6 Megawatt Nennleistung) in dem Land am Bosporus errichten zu wollen. Bereits im Herbst 2022 hatte Enercon mitgeteilt, im Zuge des Projekts „Yeka Res-2“ gemeinsam mit dem türkischen Unternehmen Enerjisa Üretim binnen vier Jahren insgesamt 240 Windräder des Typs E-138 EP3 E2 mit einer Gesamtleistung von rund 1000 Megawatt zu installieren.

Jörg Schürmeyer
Jörg Schürmeyer Thementeam Wirtschaft