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bestätigt, dass er sich durchaus vorstellen kann, von dem bisher bevorzugten Standort abzurücken und stattdessen eine Biogasanlage in Nachbarschaft des Klinik-Neubaus zu betreiben. „Wir sind nicht abgeneigt“, sagte Andreas Speckels-Suhren zur Esenshammer Variante.Allerdings gibt es aus Sicht des Landwirtes, der das Biogas-Projekt gemeinsam mit dem Garten- und Landschaftsbauunternehmer Karl-Wilhelm Siefken angeschoben hat, noch einige Fragen zu klären. Die entscheidende Rolle spielt die Wirtschaftlichkeit. „Wir müssen das jetzt genau durchrechnen“, so Andreas Speckels-Suhren.
Grundsätzlich haben die Biogas-Investoren weiterhin großes Interesse daran, die Wesermarsch-Klinik mit Wärme zu beliefern. Dafür gibt es zwei Standortkonzepte, deren Vor- und Nachteile nun abgewogen werden sollen.
Variante eins sieht vor, dass die Produktionsstätte an der Nordseestraße gebaut und eine Gasleitung nach Esenshamm verlegt wird. Dort könnte neben der Klinik ein gasbetriebenes Blockheizkraftwerk entstehen, das zum einen Energie für die Einspeisung ins Stromnetz und zum anderen Wärme für das Krankenhaus erzeugt. Ein zweites Blockheizkraftwerk müsste an der Nordseestraße errichtet werden, um vor Ort die nötige Wärme für die Substratbehandlung zu produzieren.
Bei Variante zwei würden die Investoren die Biogasanlage und ein Blockheizkraftwerk bei Esenshamm bauen lassen. In dem Fall müsste Andreas Speckels-Suhren die Gülle von seinem Hof am Mittelweg mit Fahrzeugen nach Esenshamm bringen, was ein erhöhtes Verkehrsaufkommen zur Folge hätte. Mit einer Druckleitung ist der Gülletransport auf dieser Entfernung aus Sicht des Landwirts nicht zu machen.
Die Esenshammer Lösung hätte den Vorteil, dass die Investoren auf ein zweites Blockheizkraftwerk und auf die teure Gasfernleitung verzichten könnten. Zudem wäre außerhalb der Stadt keine kostenträchtige Einhausung des Blockheizkraftwerks zur Einhaltung strenger Lärmschutzauflagen erforderlich.
Das Genehmigungsverfahren für den Standort bei Esenshamm wäre ebenfalls mit weniger Hürden verbunden. Die Stadt bräuchte in dem Bebauungsplan nur eine entsprechende Fläche auszuweisen. Ein Problem sieht Andreas Speckels Suhren aber im Zeitfaktor. Denn Anfang 2012 wird sich seiner Meinung nach die Vergütung für die Stromeinspeisung verringern. Bis dahin müsste das Projekt in trockenen Tüchern sein.
