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ENERGIE Verhalten bestimmt Heizrechnung mit

RÜDIGER ZU KLAMPEN

Oldenburg

– Wie hoch die Heizungsrechnung ausfällt – das ist in starkem Maße von dem persönlichen Verhalten abhängig. Für Haushalte mit gleichen Sozial-Merkmalen und identischer Wohnung könnten sich Unterschiede von bis zu 50 Prozent ergeben, sagte der Bremer Professor Wolfgang Pfaffenberger gestern beim „Innovationsforum Zukünftige Energieversorgung“ in Oldenburg. An den „Verhaltensproblemen“ liege es auch, wenn nach Investitionen in eine effizientere Energie-Nutzung die erwarteten Spar-Wirkungen nicht so einträten. Pfaffenberger wies darauf hin, das zwei Grad Raumtemperatur mehr oder weniger „schnell mal zehn Prozent“ der Heizungsrechnung ausmachen können. Generell könne auch die Art des Lüftens „enorme Konsequenzen“ haben. Beim Ersatz älterer Heizungen seien oft zehn bis 15 Prozent weniger Verbrauch möglich.

Der Forscher hält das Weser-Ems-Gebiet für prädestiniert, sich mit Innovationen für den effizienten Umgang mit Raum-Wärme auseinander zu setzen – etwa bei Heiz- und Dämmtechniken sowie Organisationsfragen. Die Bevölkerung wachse, und auch die Neubautätigkeit liege über dem bundesweiten Vergleichswert. Zudem seien hiesige Immobilien geräumiger.

„Energie“ entwickele sich zu einer „zentralen Kompetenz der Region“, sagte der Präsident der Universität Oldenburg, Professor Dr. Uwe Schneidewind, der u.a. das Engagement der EWE AG als Innovationsmotor hervorhob. Als Gebiet mit starkem Potenzial nannte er die Energie-Informatik, die zum Beispiel die Integration dezentraler Systeme ermögliche.

Wie berichtet, ist im Nordwesten unter dem Dach der Regionalen Innovationsstrategie (RIS) ein Kompetenzzentrum „Zukünftige Energieversorgung“ geplant. Der Standort steht noch nicht fest.

Er sehe die für die Region die „Chance bundesweit in der ersten Liga mitzuspielen“, so wie die EWE, die dies bereits tue und wie ein „Leuchtturm“ wirke, sagte bei der Tagung der Oldenburger Oberbürgermeister Dietmar Schütz.

Die Professorin Dr. Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW/Berlin) bezeichnete es als große Herausforderung, den Strom der Zukunft trotz des laufenden Atom-Ausstiegs mit sinkenden Kohlendioxid-Emissionen hinzubekommen. Ab etwa 2020 sei damit zu rechnen, dass das Angebot an Öl den Bedarf nicht mehr decken könne. Kemfert erwartet u.a. einen steigenden Beitrag von regenerativen Energien und Gas. Auch Kohle habe eine Chance, wenn die Kraftwerke „kohlenstoffarm“ gebaut werden könnten.

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