Wildeshausen - Mirko Kannemann ist Azubi. Bei einer Metallbaufirma lernt er Konstruktionstechnik. Wechselnde Einsatzorte gehören auch dazu. Doch so weit weg wie Mirko Kannemann kommen – noch – die wenigsten Azubis. „Ich habe für drei Wochen ein Praktikum in England gemacht“, erzählt der junge Mann. Bei einem Kunstschmied hat er die andere Mentalität und manch unbekannte Technik gelernt. Und nebenbei auch noch Englisch.

„Auslandsaufenthalte gibt es nicht nur für Studenten. Für immer mehr Azubis wird das wichtig“, sagt Brigitte Hefele von der Handwerkskammer in Oldenburg. Dort kennt man sich aus mit EU-Förderprogrammen, so dass die finanzielle Belastung sich für Azubi wie für die Firma in Grenzen hält. „Aktuell arbeiten wir zusammen mit England und Italien, außerdem gibt es noch ein Austauschprogramm mit Frankreich, Norwegen und Österreich.“

Für Ingo Hermes, Geschäftsführer des Wildeshauser I T- und E-Technik-Unternehmens Hermes, ist ein Auslandspraktikum ein gutes Instrument, um als Arbeitgeber attraktiv zu sein. „Die Mitarbeiter gehen dorthin, wo ihnen spannende Perspektiven und ein gutes Arbeitsklima geboten werden. Das Gehalt ist nur ein Faktor“, meint Hermes. Auch er schickt Azubis, die in Theorie und Praxis gute Leistungen gebracht haben, zum Praktikum ins Ausland.

Einer der größten Ausbildungsbetriebe der Region ist die LzO mit rund 170 Azubis. Auch dort geht es nach Leistung. „Wir schicken acht Azubis pro Jahr nach Nordirland“, sagt Björn Gribbe. Seit 2012 gibt es das Projekt.

Drei gute Beispiele für Attraktivitätssteigerung, wie Hans-Werner Aschoff von der Wirtschaftsförderung des Landkreises (WLO) meint.