Nordenham - „Das ist schon sehr außergewöhnlich“, sagt Zinkhütte-Geschäftsführer Carl van Dyken. Auch Dr. Piet Scheeren, seit 2002 Produktionsleiter und seit 1. Juli dieses Jahres zusätzlicher Geschäftsführer, kennt keinen vergleichbaren Fall. Der 37 Jahre alte Chemikant Klaus-Dieter Garlichs aus Großensiel hat in sieben Jahren mehr als 90 praktikable Verbesserungsvorschläge eingereicht – nachdem er im Jahr 2008 für seine ersten zehn vorbildlichen Initiativen ausgezeichnet worden war.
Vielfältige Einsparungen
Dank dieser Vorschläge konnten in der Nordenhamer Zinkhütte vielfältige Einsparungen an Material und Verschleiß sowie vor allem eine noch höhere Arbeitssicherheit erreicht werden.
Auch für den 20., 30., 40. und 60. Vorschlag hat er Prämien bekommen. Für den 100. Verbesserungsvorschlag dankten Carl van Dyken und Piet Scheeren ihm am Dienstag mit einer Prämie von 1000 Euro und einem Präsentkorb.
Klaus-Dieter Garlichs arbeitet gerne in der Zinkhütte. Er stammt aus Einswarden und blickte schon als kleines Kind interessiert auf Schornsteine im benachbarten Stadtteil Friedrich-August-Hütte. Sein Vater und sein Bruder gehören ebenfalls zu den heute rund 350 Mitarbeitern der Nordenhamer Zinkhütte.
Schon kurz vor Ende seiner Ausbildung zum Chemikanten war Klaus-Dieter Garlichs erstmals etwas aufgefallen, was seiner Einschätzung nach nicht gut gelöst war.
Zu seinen inzwischen mehr als 100 Verbesserungsvorschlägen, die das Unternehmen dankbar aufgegriffen hat, gehört der Umbau von Arbeitsbühnen bei einem Feststoffkühler. Auch die Installation eines Hebekrans für Schläuche, die beim Verladen von Schwefelsäure zum Einsatz kommen, hatte er angeregt. Besonders stolz ist Klaus-Dieter Garlichs auf seine Initiative zur Installation einer zusätzlichen Notdusche in unmittelbarer Nähe des Schwefelsäure-Tanklagers.
„Mir fällt einfach bei der täglichen Arbeit das Eine oder Andere auf“, erklärt er sein Engagement. „Ich mache mir Notizen, denke darüber nach, und wenn ich vor Ort sehe, dass es funktionieren könnte, reiche ich den Verbesserungsvorschlag ein.“
Als Anlagenfahrer steuert er Produktionsprozesse in der sogenannten Röstanlage der Zinkhütte. Es handelt sich um den zweiten von acht Abschnitten im elektrolytischen Zinkgewinnungsverfahrens.
Arbeitssicherheit
Der Werder-Fan und begeisterter Fitnessstudio-Besucher ist zugleich als einer von etwa 30 Beauftragten für Arbeitssicherheit zuständig. Zudem ist er laut Werkleitung ein stets gut vorbereitetes Mitglied im Arbeitssicherheitsausschuss. Als Betriebsratsmitglied trägt er zu einem konstruktiven Miteinander in der Zinkhütte bei.
Die Werkleitung ist sicher, dass er weitere 100 Verbesserungsvorschläge machen wird. „Wir brauchen solche engagierten und aufmerksamen Mitarbeiter. Denn wir sehen das große Ganze, aber weniger die Details“, sagen die Geschäftsführer Carl van Dyken und Piet Scheeren.
