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Suppe Bei Monse In Oldenburg Abschied von geliebtem Wochenendritual

Oldenburg - Die Schlange vor dem Laden ist schon von weitem zu sehen: es ist Sonnabendmittag, Zeit für Suppe bei der Fleischerei Monse. Heute auf der Karte: Erbsensuppe. Der Andrang ist groß, es herrscht eine fröhliche Stimmung. Doch bald ist es vorbei mit diesem sonnabendlichen Ritual: das Geschäft wird Ende April seine Türen schließen (die NWZ  berichtete). Wie nehmen die Oldenburger diese Nachricht auf?

Heino Drieling und seine Frau gehören zu den Stammkunden. „Wir sind fast jeden Sonnabend hier“, erzählt er. Das Essen schmecke immer sehr gut und außerdem sei es bequem, da man praktisch im Vorbeigehen speisen könne. „Wir waren erstaunt, als wir von der Schließung gelesen haben. Das bedauern wir.“

Am Tisch nebenan löffeln Renate und Hermann Fehners genüsslich ihre Erbsensuppe. Auch sie essen häufiger sonnabends bei Monse. „Es lohnt sich nicht, für zwei Leute Erbsensuppe zu kochen. Außerdem arbeitet unser Sohn hier“, erklärt Renate Fehners.

Erfahrungswerte

Dass die Fleischerei nun geschlossen werden soll, kann das Ehepaar dennoch gut nachvollziehen: „Wir hatten früher selbst eine Fleischerei“, erzählt Hermann Fehners. „Das ist viel Arbeit. Es funktioniert nur, wenn die ganze Familie mitmacht.“

Schade sei es trotzdem, da Monse der letzte Betrieb in der Innenstadt sei, der so etwas anbiete.


So sieht es auch Karin Neumann, die ebenfalls einen Teller Erbsensuppe genießt. Da sie sehr gerne Suppen und Eintöpfe isst, komme sie, wenn die Zeit es erlaubt, öfter sonnabends zu Monse: „Und wenn ich keine Lust habe zu kochen“, ergänzt sie mit einem Augenzwinkern. Für den Preis könne sie sich die Suppe nicht selbst zubereiten. „Die Aufgabe des Ladens ist ein Verlust für Oldenburg.“

Dabei geht es jedoch nicht nur um das Essen, das die Fleischerei verkauft. „Die Suppe ist nicht das Entscheidende“, betont Hans-Dieter Griensmann, der gemeinsam mit seiner Frau Marie-France die Suppe verspeist. „Es ist ein Treffpunkt; man sieht bekannte Gesichter wieder.“ Das Ehepaar trifft sich häufig am Sonnabendmittag bei Monse mit Freunden. „Natürlich ist es ein erstklassiges Geschäft, war es schon immer“, ergänzt Marie-France Griensmann. Auch das Spanferkel, das Monse während des Stadtfests anbietet, sei sehr gut. Doch stecke noch mehr dahinter: „Es ist eine Institution. Jeder kennt die Familie. Der Laden ist Teil der Stadtgeschichte.“

Nostalgischer Rückblick

Wie lange die Tradition der sonnabendlichen Suppen schon existiert, wurde Frank Wiesehan deutlich – er nahm am Wochenende am 28. Studententreffen an der FH teil. Obwohl er mittlerweile nicht mehr in Oldenburg wohnt, erinnert er sich noch lebhaft an Monse: „Früher habe ich am Wochenende gerne hier Eintopf gegessen. Die Mensa hatte dann geschlossen.“

Dass nach 55 Jahren nun bei Monse Schluss sein soll, wusste er nicht. „Gut, dass ich die Gelegenheit noch einmal genutzt habe“, freut er sich.

Jana Budde
Jana Budde Redaktion Wildeshausen
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