Ganderkesee - Leuchtend rot und glänzend sind die Erdbeeren am Stand von Helga Matschinski auf dem Ganderkeseer Wochenmarkt. „Zu Pfingsten ist die Nachfrage sehr hoch“, weiß Matschinski, die gemeinsam mit ihrem Mann einen Obst- und Gemüsehandel betreibt. Viele Ganderkeseer versüßen sich das lange Wochenende mit den leckeren Früchten. Die Erdbeeren am Ganderkeseer Stand, die Matschinskis auf dem Bremer Großmarkt kaufen, kommen vom Rhein und aus der Pfalz.

In Ganderkesee waren die Bedingungen für die Erdbeeren in den letzten Wochen hingegen nicht so gut: zu trocken, zu kalt, zu wenig Sonne. „Unsere Erdbeerernte wird sich dieses Jahr etwas verzögern“, sagt Markus Wempe vom Spargel- und Erdbeerhof in Neu-Holzkamp.

Beginn der Freilandernte ist in der Regel der 6. Juni, für dieses Jahr rechnet Wempe ungefähr mit dem 10. Juni. Ebenfalls später werden die Erdbeeren gepflückt, die mit Vlies abgedeckt werden und somit früher reif sind – die Witterungsbedingungen der letzten Wochen waren ungünstig, erklärt Wempe. Vor allem die kalten Nächte, die wenigen Sonnenstunden und die geringe Regenmenge verzögern das Wachstum der Früchte.

Die unter Vlies gereiften Erdbeeren sollen Mitte bis Ende nächster Woche gepflückt werden. Das betrifft aber nur drei der insgesamt 25 Hektar, die Markus und Liane Wempe bewirtschaften: „Alle Flächen abzudecken wäre zu teuer und zu aufwendig“, sagt Liane Wempe.

Die Erdbeeren aus Ganderkesee werden über einen Fruchthandel nach ganz Deutschland verkauft, im vergangenen Jahr sogar nach Russland. 120 Erntehelfer arbeiten rund zwei Monate lang auf dem Hof der Familie Wempe, pro Hektar wachsen circa 50 000 Pflanzen. Die meisten Erdbeeren sind von den Sorten „Elsanta“ und „Darselect“, bei der späten Ernte im August/September werden dann „Florin“ gepflückt.

Bewässert werden die Pflanzen auf dem Hof Wempe durch unterirdische Schläuche, der Wasserfluss wird über Ventile gesteuert. Aufgrund der regenarmen letzten Wochen musste den Pflanzen viel Wasser extra zugeführt werden – das bedeutet hohe Wasserkosten für den Erdbeerhof.


Für die kommenden Tage hofft Markus Wempe auf viel Sonnenschein und vor allem darauf, dass die Nächte nicht zu kalt werden. So hat er dieser Tage ein wachsames Auge auf die Wettervorhersage: „Hauptsache es gibt keinen Bodenfrost“, sagt der Erdbeerbauer.

Ein wenig ist es noch hin bis zur ersten Ernte auf dem Hof Wempe, die Erdbeeren vom Rhein werden schon jetzt gern genommen. „Erdbeeren sind nicht nur lecker, sie sind auch gesund und haben weniger Zucker als andere Obstsorten. Da gerät auch die Bikinifigur nicht in Gefahr“, meint Helga Matschinski mit einem Augenzwinkern.