Ganderkesee - Ältere Ganderkeseer haben das noch selber erlebt: Es brauchte früher nur wenige Schritte, um im Ortskern von einer Gaststätte zur nächsten zu gelangen. Erinnerungen an diese abwechslungsreiche Kneipenszene weckt der Ganderkeseer Heimatkalender für 2017, der seit einigen Tagen in verschiedenen Geschäften zum Preis von 10 Euro erhältlich ist.

Hermann Speckmann und Udo Engelbart, die den Kalender seit zehn Jahren herausgeben, haben sich bei der Bebilderung diesmal auf ein Thema konzentriert: Ganderkeseer Gastwirtschaften – und was aus ihnen geworden ist. Denn die meisten Lokale auf den historischen Fotos sind längst aus dem Ortsbild verschwunden, so wie der Gasthof „Zur Eiche“ an der Mühlenstraße, der das Deckblatt ziert, Niehoffs Gasthof im Knick, die „Linde“ an der Langen Straße (heute Le Bistro), die „Börse“ am Ring (heute Haus Müller) oder die „Quelle“ an der Bookhorner Kreuzung.

An Stelle der alten Häuser mit oft detailreichen Fassaden sei leider oft „gewöhnliche Allerwelts-Architektur“ entstanden, bedauert Hermann Speckmann, der auf den Rückseiten der Kalenderblätter wieder heimatkundliche Beiträge veröffentlicht. Einige Gebäude stehen auch noch, werden mittlerweile aber anderweitig genutzt. Bis heute als Gaststätten erhalten geblieben sind von den zwölf abgebildeten Häusern nur der Oldenburger Hof (Gasthof Stolle) an der Wittekindstraße und der Schützenhof am Habbrügger Weg.

Ein Relikt der Vergangenheit wird künftig auch der Heimatkalender selbst sein: Dieser ist der letzte. Einerseits sei der Aufwand zu groß geworden, so Speckmann, außerdem gebe es immer weniger Verkaufsstellen im Ortskern. Für dieses Jahr hat er aber noch welche gefunden: Erhältlich ist der Heimatkalender im Bioladen, im Blumenhaus Tönjes, in der Jeans-Scheune, dem Schuhhaus Denker, bei Foto Kruse und bei Lüdeke Raumausstattung.