Bösel - Die Sonne strahlt warm herunter, der Nebel vom Morgen hat sich verzogen. Theo Gelhaus betrachtet die Trauben an seinen Reben und nickt zustimmend. In seinem „Südhang am Hahneberg“ ist es Zeit für die Weinlese. Und die fällt nach dem ersten Urteil des Böselers in diesem Jahr ganz gut aus – vor allem mit seinem Cabernet ist er zufrieden.
Im vergangenen Jahr hatte der Mehltau seinen Reben arg zu schaffen gemacht, zahlreiche waren so angegriffen, dass er sie entfernen musste. Ein wenig hat er wieder „aufgeforstet“. Andere Reben haben sich gut erholt. Jetzt hat er wieder 90 bis 100 Reben an der Overlaher Straße neben seinem Haus stehen – vormals waren es rund 200. Die neuen Rebsorten Cabernet Cortes und Prior stammen von der Mosel.
Gerne dürfen es etwas mehr sein. Gerne sogar ein Hektar dazu. Denn gemeinsam mit einem Kollegen aus Oldenburg, Rolf Oetter, trägt Theo Gelhaus sich mit dem Gedanken, sich um einen der fünf in Niedersachsen zu vergebenen Hektar Weinanbaufläche zu bewerben. Denn dank einer EU-Regelung ist es auch in Niedersachsen künftig erlaubt, kommerziell Wein anzubauen. Für ganz Deutschland wächst die Fläche ab dem kommenden Jahr um 300 Hektar. Die norddeutsche Weinstraße, die in Bösel bei Theo Gelhaus seinen Anfang nimmt, würde das jedenfalls deutlich aufwerten. Der Boden jedenfalls ist hervorragend, weiß der Hobbywinzer. Das hätten auch Fachleute bereits bestätigt.
Theo Gelhaus bräuchte dann natürlich deutliche Verstärkung. Denn in seinem „Weinberg“ führt er die Weinlese in diesem Jahr alleine durch. In diesem Jahr wird es aus seinem Weinberg ausschließlich Rotwein geben. Die weißen Trauben der Sorte „Muskaris“ – Theo Gelhaus: „Die haben einen sehr hohen Öchsle-Gehalt“ – wird er erstmals im kommenden Jahr ernten können.
Das Wetter habe in diesem Jahr ganz gut mitgespielt, wenngleich es im Frühjahr zu kalt gewesen sei und auch der September sei etwas zu kalt und zu regnerisch gewesen. Etwas mehr Sonne – und Theo Gelhaus hätte seine Beeren bereits vor zwei Wochen ernten können.
„Eine Pracht“, sagt Theo Gelhaus und zeigt auf die Trauben des roten Spätburgunders. Muskat Bleu und Regent baut er auch an – vieles auf Hochstämmen.
Insgesamt rechnet er mit rund 200 Litern Wein aus seinen Reben. Keine künstlichen Zusätze, keine Pestizide – darauf legt Theo Gelhaus besonders Wert. Von Wespen bleibt er derzeit verschont. Denn für die sei es derzeit nachts schon zu kalt.
