NWZ
vom 18. Mai) mit der FDP-Bundestagsabgeordneten Christel Happach-Kasan für Nachhall. Rolf Scherer, Kandidat der Grünen für den Bockhorner Gemeinderat, erklärte dazu: „Es ist eine bedenkenlose Verbreitung von Halbwahrheiten und es ist Wunschdenken, zu glauben, dass die Gentechnik nachhaltige ausschließlich positive Wirkungen für die Menschheit haben wird.“Er zeigt sich verwundert darüber, dass die Sachverständige „eine umfassende Kennzeichnungspflicht für genmanipulierte Pflanzen propagiert und gleichzeitig darauf hinweist, dass sich in unserer Lebensmittelkette schon gentechnisch veränderte Bestandteile finden. Somit bin ich mir nicht sicher, ob nicht schon eine umfassende Genmanipulation in Gang gesetzt worden ist.“
Seit der „Antimatschtomate“ vor zehn Jahren „hat die Agro-Gentechnik einen beispielhaften Triumphzug hinter sich. Die weltweite Anbaufläche gentechnisch manipulierter Pflanzen ist auf die doppelte Größe Deutschlands, auf rund 70 Millionen Hektar angewachsen.“ Dass Gentechnik aber das beste Instrument zur Bekämpfung des Welthungers sei, „wird aufgrund jahrelanger Propaganda der Industrie nur von wenigen hinterfragt.“ Scherer: „Kein Wunder, wird diese doch von Marketingspezialisten wie Burson-Marsteller unterstützt, einer Firma, die für das Pentagon Methoden zur psychologischen Kriegsführung entwickelt hat.“
Transgene Pflanzen würden zuerst vor allem in den USA zugelassen, mit Sicherheitsüberprüfungen aufgrund freiwilliger Konsultationen der Gentechnik-Industrie: „Diese entscheidet selbst, welche Daten sie den Behörden zukommen lassen.“ Dieser „skandalöse Zustand wird durch Infiltrierung der Zulassungsbehörden mit Mitarbeitern der Gen-Industrie noch verschärft.“ Scherer: „Unabhängige Wissenschaftler weisen in Tierversuchen immer wieder Missbildungen von Nieren oder Leber durch Gen-Pflanzen nach. Doch die kritischen Forscher sind in der Minderheit.“
Nach Ansicht von Scherer bedeutet eine gesicherte Versorgung der Bevölkerung in Norddeutschland, dass stillgelegten Brachland wieder bewirtschaftet werden muss. Eine Nulltoleranzgrenze gegenüber der Gentechnik sollte nicht, wie von Christel Happach-Kasan gefordert, aufgehoben werden. Lediglich der Satz, dass die Monopolstellung der Firma Monsanto gebrochen werden muss, finde seine Zustimmung.
