Delmenhorst - Eine Sanierung des Kraftwerk-Komplexes ist nicht mehr möglich, zu sehr hat die Materie schon gelitten. Das erklärten Olaf Meik, Franz Roth und Heinrich Leiber von der Armstrong DLW GmbH am Donnerstag bei einem Rundgang auf dem Werksgelände ein. Sie erklärten, warum ein Rückbau des Ende 2009 stillgelegten Kraftwerks mit seinem 75 Meter hohen Schornstein unumgänglich ist.
Die ersten Stützringe des Schornsteins haben sich bereits gelöst, das Material ist ständig in Bewegung. Durch die Witterungsverhältnisse entstehen weitere Risse an der Fassade. Da das Gebäude seit der Stilllegung keine innere Wärme mehr bekommt, leidet der Komplex und ist baufällig geworden. Eine Sanierung ist nicht rentabel, somit wurde jetzt der Rückbau eingeleitet, der mit rund 250 000 Euro zu Buche schlägt.
Am 1. November soll damit begonnen werden, den Schornstein von oben nach unten abzureißen. Ende November soll dieser Arbeitsschritt abgeschlossen sein. Eine Sprengung ist aufgrund der Baustruktur und der Peripherie im Gebäude nicht möglich. Unter dem Kraftwerk befinden sich außerdem die Stromleitungen für die Versorgung der Stadt, auch zu viele Anwohner wohnen in der direkten Nachbarschaft. Ihre Nerven sollen beim Abriss auch geschont werden. Die DLW plant feste Uhrzeiten für lautere Baumaßnahmen und legt Ruhetage ein, damit die Anwohner keinem Dauerlärm ausgesetzt sind.
Außerdem ist das Unternehmen ökologisch ausgerichtet. Die Gerätschaften, die sich noch im alten Gebäude befinden, werden zum Großteil wiederverwertet. Nahe am Gebiet liegende Gewässer werden nicht in Mitleidenschaft gezogen. Auch die Bodenbeschaffenheit rings um das Kraftwerk wurde geprüft.
Hierzu wurden die Ämter für Wasser und Bodensanierungen hinzugezogen. Es soll nichts dem Zufall überlassen werden. Die großen freien Flächen im Industriegebiet werden zusammen mit der Stadt verplant. Noch steht allerdings nicht fest, wofür das Terrain später genutzt werden soll. Seit der Stilllegung des alten Komplexes wird bei Armstrong DLW auf modernste Technik gesetzt.
Das 2010 ans Netz gegangene Blockheizkraftwerk kann seine Energie zum Teil selbst produzieren und die benötigte Leistung stufenlos an den aktuellen Bedarf anpassen. So lässt sich ein Energieüberschuss, wie es beim alten Kraftwerk immer der Fall war, verhindern. Das neue Kraftwerk lässt sich 72 Stunden ohne Beaufsichtigung betreiben und hat eine Leistung von 3 Megawatt. Nur selten muss zu Stoßzeiten Strom von außerhalb hinzugekauft werden.
