Varel - Die Landwirte Jens Theilen und Jochen Rengstorf haben die kleine Delegation angeführt, die am Sonnabend die Erntekrone ins Rathaus gebracht hat. Die traditionelle Veranstaltung unter dem Motto Erntedank entwickelte sich rasch zum Meinungsaustausch mit Bürgermeister Gerd-Christian Wagner, bei dem es um viele Vareler Themen ging – nicht nur um die Ernte, die Kreislandwirt Hartmut Seetzen hinsichtlich der Erträge als durchaus gemischt bezeichnete. Frieslands Landwirtschaft habe aufgrund unterschiedlicher Niederschlagsmengen einmal mehr erfahren, was es heiße, vom Wetter abhängig zu sein.

Bürgermeister Wagner und Kreislandwirt Seetzen dankten Hausmeisterin Maria Lipowski und Ilka Haase, die den großen Ratssaal mit Erntegaben wie Früchten, Getreide und Heuballen dekoriert und für eine herbstliche und stimmungsvolle Atmosphäre gesorgt hatten.

Der Bürgermeister erläuteret eine Reihe von Vorhaben, die in Varel bevorstehen. Dazu zähle der Schlossplatz, der als Krönung der Innenstadtsanierung im Jahr 2014 neu gestaltet werden solle. Die Planungen würden in den nächsten Wochen vorgestellt. Schnell sprang das Gespräch zum viel diskutierten Thema Dangast über. Wagner erinnerte an die Genehmigung zur Deicherhöhung vor dem Quellbad (auf 7,25 Meter; die NWZ  berichtete). „Wenn es gelingt, das Konzept umzusetzen, würde ich mich freuen. Sonst platzen viele Chancen für den Tourismus“, sagte Wagner und wies auf die Unterschriftensammlung der Initiatoren eines Bürgerbegehrens hin. Aus der Runde wurden mehrfach Fragen nach der Deichsicherheit gestellt. Der Deich vor dem Quellbad, den die Stadt nun erhöhen will, werde nicht so hoch sein wie die Hauptdeichlinie. „Das wäre für uns unbezahlbar.“ Angesichts der Sturmflutwahrscheinlichkeit, müsse der Schutz aber verbessert werden. „Die jetzt gefundene Lösung mit hohem Förderanteil bietet große Sicherheit“, sagte Wagner. Die Alternative, alles so zu belassen, „dafür übernehme ich nicht die Verantwortung“, sagte Wagner.