Wangerooge - Der Transport des für den Deichbau auf Wangerooge benötigten Kleis stellt den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) vor große logistische Herausforderungen. Das berichteten am Mittwochabend Frank Thorenz, Leiter der Betriebsstelle Norden-Norderney, und Projektleiter Theo van Hoorn auf der Insel. Sie stellten die aktuellen Planungen für die Erhöhung und Verstärkung der ca. 3,3 Kilometer langen Deichstrecke des Dorf- und Ostgrodendeichs vor.

„Die gesamte Deichstrecke muss dringend an aktuelle Anforderungen angepasst werden: Wesentliche Defizite liegen in Fehlhöhen, die bis zu 1,4 Meter im Bereich des Dorfgrodendeiches betragen, einer nur sehr dünnen Kleiabdeckung und einem fehlenden Deichverteidigungsweg“, erläuterte Thorenz. Welche Bedeutung der wattseitige Sturmflutschutz durch Deiche für Wangerooge besitzt, wurde beim Deichbruch am Dorfgrodendeich bei der Sturmflut vom 16. Februar 1962 deutlich. Der Ausbau der Deichstrecke ist eine prioritäre Maßnahme aus dem Generalplan Küstenschutz für die Ostfriesischen Inseln, der im Jahr 2010 aufgestellt worden war.

Neben den küstenschutzfachlichen Gesichtspunkten sind bei der Planung auch die naturschutzfachlichen Belange des Nationalparks Wattenmeer, die Nutzung des Deichs durch Inselgäste, Wegeanbindungen und die Inselentwässerung zu berücksichtigen. Thorenz zufolge wurden dazu intensive Vorgespräche mit allen Beteiligen geführt.

Insgesamt werden ca. 120 000 Kubikmeter Klei benötigt, um den Deich ausreichend wehrhaft zu konzipieren. Da auf Wangerooge kein Klei vorhanden ist, muss der Baustoff vom Festland herantransportiert werden. Auf Teilstrecken muss der Deichfuß durch ein Deckwerk geschützt werden, um ihn ausreichend stabil gegen Wellenschlag zu gestalten. Neben einem Deichverteidigungsweg ist auch ein Deichkronenweg vorgesehen, um Beschädigungen der Deichkrone durch Fußgänger und Radfahrer zu vermeiden.

„Der NLWKN hat die erforderlichen Genehmigungsverfahren eingeleitet und wir hoffen, dass die dem Land zur Verfügung stehenden Mittel erlauben, 2013 mit den Baumaßnahmen zu beginnen“ sagte Thorenz. Diese Entscheidung wird Anfang des Jahres fallen.


Thorenz sagte zu, dass das Umweltministerium dafür sorgen wird, dass die Insulaner stets über Planungsstand und Maßnahmen informiert werden.