Varel - Ben und Iza sitzen auf den Schultern ihrer Eltern Thomas und Sonja Pohlmann und schauen neugierig über die Mauer des Pfarrgartens. „Das wird mein neuer Kindergarten“, sagt der Fünfjährige und zeigt mit der Hand auf die Baustelle. Auf dem Gelände sind die ersten Wände des neuen katholischen Kindergartens zu sehen. Die alte Kita auf der anderen Straßenseite war vor anderthalb Jahren nach Brandstiftung in Flammen aufgegangen.

Am Mittwoch haben die Zimmerleute Thorsten Splitthoff und Karl-Heinz Borchers sowie einem Auszubildenden von der Vareler Firma Brumund mit dem Holzrahmenbau des Gebäudes begonnen. Der neue Kindergarten wird den Charakter eines Ferienhauses haben, hatte Pfarrer Manfred Janßen beim Spatenstich Ende April gesagt. Auch die Außenfassade wird durch Holz geprägt. Das Dach wird später begrünt. Große Fenster sind ein weiteres Merkmal.

An diesem Freitag montieren die Zimmerleute die erste Balkenlage für das Flachdach, das eine Gefälldämmung bekommt. Nächste Woche kommen die Dachdecker. „Eine Gruppe aus dem Kindergarten war auch schon hier“, erzählt Thorsten Splitthoff. „Sie freuen sich schon auf den neuen Kindergarten.“

So geht es auch Familie Pohlmann. „Der Seilerweg ist als Kindergarten eine gute Notlösung, weil alle Kinder zusammenbleiben konnten“, meint Sonja Pohlmann. Die Räumlichkeiten seien aber nicht ideal. So seien zum Beispiel die Toiletten für die kleinen Kinder zu hoch. Auch der Spielplatz sei zu klein. „Alle Eltern und Erzieher freuen sich auf das neue Gebäude.“

Begeistert sind die Pohlmanns auch von der riesigen Rotbuche im Pfarrgarten. „Ein herrlicher Baum“, findet nicht nur Thomas Pohlmann, auch die Zimmerleute genießen die Mittagspause im Schatten des Baumes. Die Planer der neuen Kita hatten als Auflage, das Gebäude so zu bauen, dass die alte Buche nicht gefährdet wird.


Im Pfarrgarten zwischen der alten und der neuen katholischen Kirche entsteht ein eingeschossiger Bau, der gut 80 Jungen und Mädchen Platz bieten wird – ein Domizil für zwei Kindergartengruppen und eine Krippengruppe. Die alte Kita hatte eine Fläche von 420 Quadratmetern, die neue wird 820 Quadratmeter groß sein.

Die Kosten betragen 1,6 Millionen Euro. Die Stadt Varel muss 515 000 Euro für den Neubau zuschießen, aus der Brandversicherung kommen 740 000 Euro, 217 500 Euro werden durch Zuschüsse des Landes gedeckt, das Offizialat übernimmt 57 000 Euro.

Jetzt, wo die Bauarbeiten begonnen haben, will Familie Pohlmann öfter an den Synagogenweg kommen und über die Mauer des Pfarrgartens schauen und den Baufortschritt verfolgen. Vorfreude ist schließlich die größte Freude.

Christoph Koopmeiners Redaktion Cloppenburg