Wildeshausen - Knapp drei Monate ist es her, dass Carsten und Doris Hansen auf den Philippinen waren, aber den beiden kommt es so vor, als sei es erst gestern gewesen: zu vielfältig die Eindrücke, zu intensiv die Erfahrungen in dieser fremden fernen Welt.
Im Herbst besuchte das Wildeshauser Zahnarztehepaar das kleine Dorf Bugko in Nord Samar. Zweieinhalb Wochen lang behandelten die beiden für den Verein „Mabuhay – Hilfe zum Leben“ 656 Patienten, machten 70 Füllungen, zogen 1120 Zähne, die nicht mehr zu retten waren, und nahmen etliche Zahnreinigungen vor.
„Man taucht ein in eine völlig andere Welt, die man keinesfalls mit europäischen Augen sehen darf“, berichtet Doris Hansen. Von hierzulande gängigen Hygienestandards könne dort nun einmal keine Rede sein, und auch das Arbeiten vor meist vielen Zuschauern sei gewöhnungsbedürftig gewesen. Nach der Einrichtung eines provisorischen Behandlungszimmers habe es für die beiden Wildeshauser einfach nur geheißen: „Komm, wir machen!“
„Salamat“ heißt Danke
„Es gibt dort unendlich viel zu tun im zahnmedizinischen Bereich, aber in ein paar Wochen kann man natürlich nicht die Welt bewegen“, sagt Doris Hansen. Dennoch bleibe das gute Gefühl, direkt vor Ort geholfen zu haben. „Wir haben dort in so viele freundliche Gesichter geblickt, alle hatten immer ein dankbares ,Salamat’ auf den Lippen“, freut sich die Wildeshauserin.
Schnell sprach sich die Anwesenheit der Hansens im kleinen Bugko herum. Schon morgens um sechs Uhr warteten die ersten Patienten geduldig am Kliniktor, um dann ab 8 Uhr zur Registrierung hereingelassen zu werden. „Viele haben den ganzen Tag gewartet“, erinnert sich Doris Hansen. Allein 134 Philippinos hätten sich am letzten Tag registrieren lassen. „Die konnten wir natürlich unmöglich alle behandeln, so dass die dringlichsten Fälle selektiert wurden“, berichtet sie von ihrem letzten Arbeitstag.
Wenig Zähne zu retten
Alles in allem habe die Arbeit viel Spaß gemacht, „aber bitter war, dass wir kaum Zähne retten konnten und demgemäß fast nur Extraktionen vorgenommen haben“, erzählt die Wildeshauserin. Ein Zahntechniker vor Ort fertige dann unter provisorischsten Bedingungen für die, die sich das leisten könnten, Zahnersatz an. Seit diesem Jahr verfüge das Dorf zudem über eine philippinische Zahnärztin, die an zwei Vormittagen pro Woche Zähne ziehe.
„Das Tolle am Verein ,Mabuhay’ ist, dass die Hilfe direkt vor Ort ankommt“, sagt Doris Hansen. Im Moment benötige der Verein vor allem Badekleidung für die Nutzer des neuen Schwimmbeckens. Tragischer Hintergrund dieser Investition sei, dass 80 Prozent der Philippinos nicht schwimmen könnten, obwohl sie am Meer lebten.
Spenden können sowohl an den in Bonn ansässigen Verein geschickt als auch in der Wildeshauser Zahnarztpraxis abgegeben werden. Die Hansens bringen sie dann weiter auf den Weg. Und auch die nächste Reise nach Bugko ist fest eingeplant. „Wer einmal da war, den lassen die Eindrücke nicht so schnell wieder los“, so Doris Hansen abschließend.
