Hannover/Vechta - Der Parlamentarische Messeabend des Oldenburger Münsterlandes ist eine der herausragenden Veranstaltungen der internationalen Landwirtschaftsmesse „Eurotier“ in Hannover. Am Donnerstagabend trafen sich auf dem Messegelände wieder 270 Gäste aus Politik, Fachverbänden, Wissenschaft und Unternehmen, um über internationale Wettbewerbsfähigkeit und Akzeptanz der Nutztierhaltung zu diskutieren.

Der Präsident des Verbundes Oldenburger Münsterland, Hans Eveslage, begrüßte im Namen der 73 ausstellenden Unternehmen sowie 23 Städten und Gemeinden in den beiden Landkreisen Cloppenburg und Vechta, die Besucher. „Das Oldenburger Münsterland verfügt über ein leistungsstarkes Cluster der Agrar- und Ernährungswirtschaft“, sagte Eveslage. Er rief dazu auf, die Wettbewerbsfähigkeit des Agrarsektors in Zeiten globaler Märkte zu stärken. In Deutschland verfügten nur noch geringe Teile der Bevölkerung über eigene Erfahrung mit Landwirtschaft und Nutztierhaltung.

Eveslage beklagte die „mit zunehmender Erbitterung und Aggressivität“ geführte Tierrechtsdebatte. Das Vertrauen der Öffentlichkeit könne nur behalten, wer alle Aspekte der modernen Tierhaltung zur Sprache bringe.

Niedersachsens Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) warb für seinen Tierschutzplan, den er als Grundlage für eine gesellschaftlich akzeptierte Landwirtschaft bezeichnete. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir mit den Ergebnissen aus dem Tierschutzplan die Tierschutzprobleme in unseren Ställen reduzieren können“, sagte er. „Nutzen sie den Vorteil, der daraus entstehen kann“, riet er den Gästen.

Der Vorsitzende des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland, Uwe Bartels, versicherte Lindemann, dass dessen Tierschutzplan unterstützt werde. Noch nie sei in Deutschland so heftig über den Fleischkonsum geredet worden. Bartels forderte die heimischen Unternehmen auf, ihren Beitrag für ein weiteres Wachstum im Oldenburger Münsterland zu leisten.


Der Präsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft, Carl-Albrecht Bartmer, hob die Bedeutung des Oldenburger Münsterlandes als „Silicon Valley“ der Veredlungswirtschaft hervor. „Wenn es um Innovation und Fortschritt geht, so ist diese Region in der Tat ganz vorne dabei“, sagte Bartmer.

Der Parlamentarische Messeabend des Oldenburger Münsterlandes wird seit 2006 in Zusammenarbeit mit dem Agrar- und Ernährungsforum veranstaltet. Er ist fester Bestandteil der Leitmesse für Tierhaltung, die alle zwei Jahre in Hannover stattfindet.