Butjadingen - Dirk Ihmels hatte sich mit reichlich Munition gerüstet. Und die eine oder andere Rakete zündete auch durchaus. Insgesamt jedoch verpuffte das Feuerwerk an avisierten Vorzügen, mit de-nen der Vareler Investor am Mittwochabend den Mitgliedern des Planungs- und Umweltausschusses des Gemeinderats die Ausweisung eines neuen Windparks bei Niens schmackhaft machen wollte. Der Ausschuss lehnte den Antrag auf Aufstellung eines Bebauungsplans für den Standort mehrheitlich ab.
Dirk Ihmels ist Geschäftsführer der InnoVent Planungs GmbH & Co. KG mit Sitz in Varel. In dieser Funktion hatte er auch den Antrag auf einen Bebauungsplan gestellt, der die baurechtliche Grundlage für die Errichtung von drei Windkraftanlagen mit einer Gesamthöhe von bis zu 150 Metern in Niens hätte darstellen sollen.
Der Geschäftsführer betonte indes, dass den Windpark nicht das Vareler Unternehmen realisieren wolle, sondern eine Gesellschaft namens InnoVent WP Niens GmbH + Co. KG, die ihren Sitz in Butjadingen habe und deren Gesellschafter hiesige Grundstückseigentümer seien. Das habe den Vorteil, dass die Gewerbesteuern aus dem Windpark zu 100 Prozent an die Gemeinde gingen.
Und Dirk Ihmels listete noch weiterer Vorzüge auf, die die Gesellschaft Butjadingen einzuräumen bereit wäre. Dazu gehörte die Möglichkeit, dass sich Bürger oder die Gemeinde selbst an dem Windpark beteiligen; es sei sogar denkbar, dabei auch die geplanten Windparks in Düke und Kampen mit einzubeziehen. Zudem bot Ihmels an, dass die Gesellschaft gutachterlich den Zustand der Straßen vor und nach dem Bau des Windparks bewerten lässt und während der Bauphase entstandene Schäden gegebenenfalls ausgleicht.
Bedenken wegen Schallbelastung müsse niemand haben. Vögel und Fledermäuse würden auch nicht beeinträchtigt; das hätten aktuelle Zählungen ergeben. Und dass der Windpark zu dicht an der Schutzzone des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer sowie an touristischen Einrichtungen wie dem Naturlehrpfad Langwarder Groden stehen würde, das glaubt Dirk Ihmels ebenfalls nicht.
Letzteres war genau das Argument, mit dem der Gemeinderat seinerzeit im Zuge der Windkraft-Potenzialanalyse beschlossen hatte, den Standort in Niens nicht weiterzuverfolgen. Und diese Bedenken seien für die SPD/Grünen-Gruppe noch heute entscheidend, betonte Ratsherr Jürgen Sprickerhof (Grüne). Uta Meiners (FDP) hielt dagegen und stellte den Antrag, dem Ansinnen von InnoVent stattzugeben. Dafür plädierte auch der Ausschussvorsitzende Burchard Oetken (CDU). Das Befürworter-Duo kam mit seiner Meinung aber nicht durch. Mit einer 4:2-Stimmenmehrheit lehnte der Ausschuss den Windpark ab.
