Altenoythe - Fünf Frauen stehen in einer nur schwach beleuchteten Scheune an einem langen Tisch und wickeln altes Porzellan in Zeitungspapier ein, um es anschließend sicher in Kartons zu verpacken. Hinter den Frauen stapeln sich viele Dutzend Kartons und Säcke bis zur Decke der Scheune. Den Aufschriften auf den Kartons ist zu entnehmen, dass sich Kleider, Spielsachen, Haushaltsgegenstände und Hygieneartikel darin befinden. „Seit Oktober vergangenen Jahres sammeln wir für den Aktionskreis Litauenhilfe Altenoythe“, berichtet Annemarie Meyer, Mitglied der katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) in Altenoythe.
Am Sonnabend, 6. April, sei es so weit. „Dann fahren zwei Frauen und vier Männer mit einem Lkw und einem Bulli zum 16. Mal nach Litauen“, kündigt Hubert Blome an. Er ist der Vorsitzende des Aktionskreises. Bereits 15-mal hat er mit den Helfern der Aktion Menschen in litauischen Dörfern besucht und Unmengen an Spenden mitgebracht. „2012 waren es 700 Kartons mit Kleidung und Betwäsche, 30 Kartons mit Spielzeug, 25 Federbetten und 85 Lebensmittelpakete gewesen.
Die nächste Fahrt geht laut Hubert Blome wieder nach Garliava. Die Stadt hat mehr als 13 000 Einwohner und liegt nur wenige Kilometer südlich von Kaunas, der zweitgrößten Stadt Litauens.
„Das ist eine ländliche und sehr arme Gegend“, beschreibt der Vorsitzende. Im Gegensatz zu den städtischen Wohnvierteln im Zentrum seien die Häuser in den dörflichen Gegenden „sehr spartanisch eingerichtet“ – häufig gebe es statt einem Fußbodenbelag nur Erdboden. Nicht selten würde es sogar an Federbetten und Spielzeug für die Kinder mangeln.
„Wir bringen diese Dinge des täglichen Bedarfs zu zwei Schulen. Dort werden die Sachen dann verteilt“, erklärt Hubert Blome. Da sei es sehr praktisch, dass die Pakete nach Geschlecht und Größe sortiert seien. Dafür haben Annemarie Meyer, Lisa Rohe, Helga Bauken, Elisabeth Timmermann, Cordula Schütte und Inge Schöning von der kfd in Altenoythe gesorgt.
Dabei hatten die Frauen offenbar viel auszusortieren. „Leider geben die Menschen auch viel unbrauchbaren Müll bei uns ab“, bedauert Annemarie Meyer und zeigt dabei auf mehrere Dutzend blaue Säcke, die mit zerschlissener Kleidung und zerbrochenen Haushaltsgegenständen gefüllt sind.
Die Lebensmittelpakete möchten die Helfer aus Altenoythe persönlich an bedürftige Familien verteilen. Zu diesem Zweck wird der Aktionskreis am Sonnabend, 23. März, eine weitere Sammelaktion starten. Die Helfer möchten die Kunden vor dem K+K-Markt in Altenoythe bitten, etwas mehr einzukaufen, das als Spende für die Menschen in Litauen dienen kann. „Am besten geeignet sind Nahrungsmittel, die lange halten – also Konserven, Reis und Nudeln“, sagt Hubert Blome.
„Natürlich können uns die Menschen auch mit ihrem Geld helfen“, so der Vorsitzende. Denn allein der Transport der Spende koste rund 2 500 Euro. Und fertig gepackte Lebensmittelpakete können letztmals am Mittwoch, 3. April, ab 15 Uhr, bei Annemarie Meyer, Riege-Wolfstange 1a, in Altenoythe, abgeben werden. „Es ist die Mühe wert. Die Menschen freuen sich sehr über diese Spenden“, weiß Annemarie Meyer.
