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Vorhaben In Havendorf Gewerbegebiet-Gegner formieren sich

Esenshamm/Kleinensiel - Aus Kleinensiel haben schon etliche Bürger ihre Einsprüche beim Landkreis Wesermarsch eingereicht. Jetzt sollen möglichst viele aus Esenshamm hinzu kommen. Das ist das Ziel des Stadlander CDU-Kommunalpolitikers Günter Busch. Er führt eine Gegenbewegung an, die das geplante Industrie- und Gewerbegebiet im Bereich Havendorf/Beckum verhindern will. In dieser Funktion lädt Günter Busch für Montag, 6. Mai, zu einer Informationsveranstaltung ein. Bei dem Treffen, das um 19.30 Uhr in der Gaststätte Esenshammer Hof beginnt, geht es in erster Linie darum, besorgte Bürger über ihre rechtlichen Möglichkeiten aufzuklären und sie bei der Formulierung der Einsprüche zu beraten. Allzu viel Zeit haben sie dafür nicht mehr. Die Frist, sich mit Einwendungen und Stellungnahmen gegen das Vorhaben zu wehren, läuft am Montag, 13. Mai, ab.

„Nicht zulässig“

Günter Busch, der in Kleinensiel wohnt und im Stadlander Gemeinderat an der Spitze der CDU-Fraktion steht, hält die vorgesehene Ausweisung eines interkommunalen Gewerbegebiets in dem Bereich für „nicht zulässig“. Er verweist auf naturschutzrechtliche Belange und die Aussagen des von ihm beauftragten Gutachters Dr. Klaus Handke aus Ganderkesee. Demnach seien auf dem Areal, das eine große Bedeutung als Vogelrastgebiet habe, auch unter Schutz stehende Arten anzutreffen.

Die Räte der Stadt Nordenham und der Gemeinde Stadland haben bereits mit Grundsatzbeschlüssen grünes Licht für die grenzübergreifende Gewerbegebiet-Planfläche gegeben, die aus vier Teilgebieten besteht und sich insgesamt über 118 Hektar erstreckt. Hintergrund ist die vom Landkreis auf den Weg gebrachte Fortschreibung des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP).

Weil zwischen Havendorf und Kleinensiel beim Bau der Küstenautobahn A 20 die Anschlussstelle mit der Bundesstraße 212 entstehen soll, gilt das Gebiet als attraktive Ansiedlungsfläche für Betriebe. Planungsrechtliche Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die betreffenden Ländereien im Regionalen Raumordnungsprogramm den Status eines „Vorbehaltsgebietes für industrielle Anlagen und Gewerbe“ bekommen. Genau das sieht der vorliegende RROP-Entwurf vor, zu dem noch bis zum 13. Mai Stellungnahmen eingereicht werden können. Die Entscheidung über die Neufassung des Regionalen Raumordnungsprogramm liegt letztlich beim Kreistag.

Der Nordenhamer Bürgermeister Carsten Seyfarth betrachtet das interkommunale Gewerbegebiet, an dem sich auch die Gemeinde Ovelgönne beteiligen will, als „große Chance für die Zukunft“. Konkrete Ansiedlungsprojekte gebe es zwar noch nicht, aber es sei wichtig, mit dem Eintrag im Raumordnungsprogramm einen Fuß in die Tür zu bekommen und sich alle Entwicklungsmöglichkeiten offen zu halten. Die Umsetzung des Vorhabens dauert seiner Einschätzung nach zehn bis zwölf Jahre. Dabei betont der Bürgermeister, dass sich die Fläche weniger für industrielle Produktionsstätten eigne. Stattdessen kämen dort in erster Linie Logistikbetriebe als Nutzer in Betracht.


Anlieger in Sorge

Viele Bürger in Kleinensiel und Esenshamm sind aber in Sorge, dass Lärm-, Staub- und Geruchsbelästigungen ihre Wohn- und Lebensqualität beeinträchtigen könnten. In der Folge drohe zudem ein Wertverlust ihrer Immobilien, befürchten sie. Auch aus der Landwirtschaft gibt es kritische Stimmen, weil der Verlust von Nutzflächen schwer zu kompensieren sei.

Das Vorbehaltsgebiet liegt im Norden etwa 650 Meter von Esenshamm entfernt. Der Abstand in östlicher Richtung zum Ortsrand von Kleinensiel beträgt 850 Meter. Bis Ende Februar waren beim Landkreis 215 fast identisch geschriebene Stellungnahmen gegen das Vorhaben eingegangen.

Norbert Hartfil
Norbert Hartfil Redaktion Nordenham (Leitung)
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