ESSEN - „Die meisten Kinder wissen viel zu wenig über die Landwirtschaft“, sagt Dr. Gabriele Diersen von der Hochschule Vechta. Mit der fünften Klasse der Realschule Essen hat sie den landwirtschaftlichen Betrieb von Hendrik Wille in Herbergen besucht, der jährlich 90 000 Liter Milch produziert.
Diersen engagiert sich im Förderverein Regionale Umweltbildung Agrarwirtschsft (RUBA). Dort werden auf der Basis regionaler Kooperationsstrukturen Lernangebote erarbeitet, die Schülern das unmittelbare Erleben des modernen Bauernhofes im heimischen Raum ermöglichen. Daraus ergab sich für Walburga Abeln, die als Lehrerin am Essener Schulzentrum arbeitet, die Gelegenheit, ihren Schülern Landwirtschaft durch außerschulische Projekte näher zu bringen.
Für die Fünftklässler stand dabei zunächst eine theoretische Diskussion im Unterricht auf dem Stundenplan. Am nächsten Tag ging es statt in die Klasse, per Fahrrad nach Herbergen. Dort erhielt jeder Schüler noch vor der Einteilung in die einzelnen Arbeitsgruppen einen Schutzanzug.
Zu den angebotenen Themenbereichen zählten beispielsweise „Milchvieh“ oder „Landwirtschaftsmanagement“ und „Futtermittelzusammenstellung“. „Mit diesen Projekten wollen wir das Interesse an der Landwirtschaft wecken“, so Diersen weiter. Das bedingt auch die Wertschätzung der dort geleisteten Arbeit, und der Produkte.
Von den Eltern der teilnehmenden Schüler hatten nur zwei einen direkten Bezug zum Thema. Allein ein solcher Umstand rechtfertigt nach Einschätzung der RUBA-Verantwortlichen in einer Region wie dem Oldenburger Münsterland bereits ein einen solchen außerschulischen Lernort.
Dass großes Interesse besteht, zeigte das Engagement der Mädchen und Jungen. Voll konzentriert widmeten sie sich ihren Aufgaben. Nach dem praktischen Teil wurde das Klassenzimmer kurzerhand auf die Wille’sche Diele verlegt. Auf Strohballen sitzend stellten die Schüler die Ergebnisse ihrer Gruppenarbeit vor.
Mehr Informationen auch unter www.ruba-online.de
