Essen/Cloppenburg - Rolle rückwärts: Die Schlachthofmitarbeiter von Danish Crown in Essen/Oldenburg sind doch nicht mit dem Coronavirus infiziert. Eine Nachtestung der am Vortag positiv getesteten Schlachthofmitarbeiter aus dem Landkreis Cloppenburg sei negativ ausgefallen, teilte der Landkreis Cloppenburg am Donnerstagnachmittag mit. Kreis-Pressesprecher Sascha Rühl: „Bei der ersten Testung handelte es sich um eine sogenannte Indiztestung, deren Ergebnisse oft nur auf die Möglichkeit einer Infektion hinweisen. Ein regulärer Test des Gesundheitsamts auf eine Infektion ist dann negativ ausgefallen.“

Aus Vorsorgegründen bleiben die drei Schlachthofmitarbeiter, die im Kreis Cloppenburg wohnen, trotzdem auf Anweisung des Gesundheitsamtes in häuslicher Quarantäne. Unklar blieb bis Redaktionsschluss, ob eine Nachtestung des Mitarbeiters aus Quakenbrück (Landkreis Osnabrück) ebenfalls negativ ausgefallen ist.

Gleichzeitig werden die Tests des gesamten Schlachthofpersonals und des amtlichen Personals des Landkreises fortgesetzt. Damit solle auch einer zunehmenden Unsicherheit in der Bevölkerung Rechnung getragen werden, teilte der Kreis weiter mit.

Insgesamt 360 Personen aus dem näheren Arbeitsumfeld dieser Männer seien negativ getestet worden, informierte Danish-Crown-Geschäftsführer Andreas Rode am Donnerstag im NWZ-Gespräch erleichtert. Laut Landkreis sind auch in den Wohnungen der Betroffenen sämtliche Mitbewohner negativ getestet worden. Es handelt sich dabei um fünf weitere Personen neben den Abklärungsfällen.

Die vier positiven Ergebnisse – drei Mitarbeiter sowie eine Neueinstellung – waren bei regelmäßigen Tests aufgefallen, die der Schlachthof seit Ausbruch der Corona-Krise durchführt. Geschäftsführer Rode zeigte sich überzeugt, dass die getroffenen Maßnahmen und die regelmäßigen Tests greifen würden. So würden Neueinstellungen und Urlaubsrückkehrer ebenso getestet wie eine Quote aus allen Abteilungen nach dem Zufallsprinzip.


Rode kündigte an, bis Ende Juli permanent und täglich in allen Abteilungen testen zu wollen. Das sei notwendig, um schnell reagieren zu können.

Angesichts der derzeitigen auch politischen Diskussion um Werkvertragsarbeiter verfolgt Geschäftsführer Rode das Ziel, bis Jahresende 100 Prozent der Werkvertragsarbeiter bei Danish Crown in feste Anstellungsverhältnisse zu übernehmen und damit das ursprünglich ausgegebene Ziel von 75 Prozent zu übertreffen.

Ob das „sehr ehrgeizige Ziel“ (Rode) gelingen werde, müsse sich zeigen. Derzeit seien mehr als 50 Prozent der 1400 Mitarbeiter direkt bei Danish Crown beschäftigt.

Für Rode geht an diesem Schritt kein Weg vorbei. Denn nur so könne das Unternehmen auch die Wohnsituationen im Blick haben.

Eine Herausforderung stellt allerdings die Unterbringung dar, die nicht ausschließlich in der Gemeinde Essen geschehen soll, um keine „Wohnlandschaften“ zu kreieren. Ziel sei, dass sich die Mitarbeiter integrieren. „Gebt den Leuten Mietverträge“, sagte Rode an die Bevölkerung in der Umgebung gerichtet. Das Unternehmen stehe als Ansprechpartner zur Verfügung und würde notfalls auch finanziell in die Bresche springen.

Reiner Kramer
Reiner Kramer Redaktion Münsterland (Stv. Leitung Cloppenburg/Friesoythe)