ESSEN - Wie kommen Ochs und Esel an die Krippe? Über die Bedeutung von Weihnachtskrippen hat Prof. Gerhard Lohmeier (Osnabrück) kürzlich im Essener Bahnhof referiert.

Im Wandel der Zeit

Die bildhafte Präsentation des Weihnachtsgeschehens durch Krippen zähle zu den volkstümlichsten und originellsten Darstellungen der Geburt Jesu, so Lohmeier. Seit ihrer Verbreitung durch Franziskaner und Jesuiten zur Mitte des 16. Jahrhunderts habe es, bezogen auf Gestalt, Material und Form zwar stets einen Wandel gegeben, doch die Idee, die Ereignisse um die Geburt und Kindheit Jesu mit Figuren nachzubilden, sei in nahezu allen christlichen Gemeinden und Familien erhalten geblieben.

Standen die ersten Krippen überwiegend in Kirchen, Klöstern und Adelshäusern, so seien schon bald in wohlhabenden Bürgerhäuser und dann, mit einfachem Material und Figuren, auch in ärmere Familien gelangt. So fänden sich, ungeachtet sozialer Schichtzugehörigkeit und der Länder- sowie Glaubensgrenzen Weihnachtskrippen aus Holz, Wachs, Metall und anderen Grundstoffen , mit denen das Ereignis der Menschwerdung Jesu verdeutlicht werde. Auch seien Krippen immer auch Kleinode handwerklicher Kunst und ein Zeugnis von Volksfrömmigkeit, betonte Lohmeier.

Anschließend folgte ein Abstecher zum „III. Essener Krippenweg“, der mit dem Start bei Anne Ellerkamp 76 Krippen umfasst, so der Organisator Georg Griep-Raming. Beigetragen haben Privatpersonen, Bauerschaften und Kaufleute, die ihre Schaufenster zur Verfügung stellten.


Rundgang erwünscht

In jeder Krippe findet sich ein Buchstabe. In der richtigen Reihenfolge, ergibt sich die Lösung für das mit der Aktion verbundene Gewinnspiel. Die Teilnahmecoupons sind bis Freitag, 22. Dezember, in den Essener Banken abzugeben. Am Sonntag, 6. Dezember, sowie am Sonntag, 13. Dezember, jeweils von 14 bis 18 Uhr, bieten einige Geschäfte am Krippenweges heiße Getränke und Leckereien an.