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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Kaufhof und Karstadt fusionieren

12.09.2018

Essen /Köln /Oldenburg Alles unter einem Dach: Deutschlands letzte große Warenhauskonzerne Karstadt und Kaufhof wollen sich mit ihrer Fusion im starken Wettbewerb besser behaupten. Der neue Einzelhandels-Riese wird europaweit 243 Standorte – darunter einen Kaufhof in Oldenburg – haben und rund 32 000 Mitarbeiter beschäftigen. Das teilten der österreichische Karstadt-Eigentümer Signa und der kanadische Kaufhof-Eigner Hudson’s Bay Company (HBC) am Dienstag offiziell mit. Die zuständigen Kartellämter müssen allerdings noch zustimmen – und einige Punkte rund um die Zukunft der Innenstädte und des Personals bleiben offen.

Geleitet werden soll das zusammengeschlossene Unternehmen von Karstadt-Chef Stephan Fanderl. Der Manager betonte, die beiden zuletzt schwächelnden Partner hätten „eine ideale Lösung gefunden, um sich im umkämpften deutschen und europäischen Einzelhandelsmarkt erfolgreich zu positionieren“. Auf das neue Unternehmen warte jetzt eine Phase harter Arbeit und großer Herausforderungen.

Was sich für die Verbraucher und durch die Fusion sonst konkret ändern wird, blieb zunächst unklar. Die Firmen ließen etwa offen, ob im Zuge des Zusammengehens Filialschließungen geplant sind. Nach Informationen der Deutschen Presseagentur sollen sowohl Karstadt als auch Galeria Kaufhof vorerst als Marken bestehen bleiben. Auch zu einem möglichen Stellenabbau gab es keine Angaben. Medienberichten zufolge könnten im Zuge der Fusion rund 5000 Jobs wegfallen. Jedoch sind diese Angaben umstritten.

Karstadt-Gesamtbetriebsratschef Jürgen Ettl forderte am Dienstag den Erhalt aller 32 000 Arbeitsplätze und aller Standorte. „Die Fusion darf nicht zulasten der Arbeitnehmer gehen“, verlangte er. Die Gewerkschaft „Verdi“ drängte die Eigentümer, die Arbeitnehmervertreter möglichst schnell in ihre Planungen einzubeziehen.

Offiziell ist von einer „Fusion unter Gleichen“ die Rede. Doch wird die Signa-Holding von Karstadt-Eigentümer René Benko die Mehrheit am neuen Unternehmen halten: Signa erhält 50,01 Prozent der Anteile, HBC (mit Kaufhof) 49,99 Prozent. An den Kaufhof-Immobilien, die viele Milliarden wert sind, wird Signa künftig mit 50 Prozent beteiligt sein.

Kaufhof und Karstadt macht seit Jahren der Siegeszug von Billiganbietern wie Primark und Online-Händlern wie Amazon oder Zalando zu schaffen, aber auch die Konkurrenz der Einkaufszen­tren. Von dem Zusammenschluss erhoffen sich die beiden Ketten eine Verbesserung ihrer Position – etwa durch Bündelung beim Einkauf.

Belegschaftsvertreter sind in Sorge. Mitarbeiter mussten bereits manche Opfer bringen. Auch der Städtetag sieht die Fusion nach den Worten seines Hauptgeschäftsführers Helmut Dedy „nicht ohne Sorge“. Die Warenhäuser seien wichtige Arbeitgeber und Versorgungszentren vor Ort, sie unterstützten durch ihre Anziehungskraft auch den Einzelhandel in ihrem Umfeld. „Deshalb wünschen wir uns, dass (...) alle Kaufhaus-Standorte bestehen bleiben.“

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