ESSEN - Der Mittelstand ist das Rückgrat der Wirtschaft – vor allem im Oldenburger Münsterland. Miavit ist ein gutes Beispiel.

von peter Linkert

ESSEN - Mir einem rasanten Umsatzwachstum hat die Essener Firma Miavit (Minerale, Aminosäuren, Vitamine) in den vergangenen Jahren auf sich aufmerksam gemacht. Waren es 1990 noch knapp acht Millionen Euro, werden für das laufende Jahr 55 Millionen Euro erwartet. „Nach dem Fall der Mauer war der Weg nach Osten plötzlich offen“, erläutert Prokurist Wilhelm Hegger. Das sei so etwas wie eine Initialzündung gewesen.

Die Essener Experten machen ihre Geschäfte mit individuellen und kundenspezifischen Vormischungen sowie mit Ergänzungs-, Spezial- und Mineralfuttermitteln für Tiere. Eine besondere Rolle spielen Zusatzstoffe wie Vitamin E und Cholinchlorid. Eingekauft wird in China oder auch Russland, zusammengesetzt werden die Stoffe in Essen: „Die Mischung macht’s“ heißt folglich auch der Slogan der Firma.

Allgemeine Sauberkeit und Präzision in der Zusammensetzung sind bei den mehrfach zertifizierten Essenern das A und O. Alles werde mehrfach und penibel kontrolliert und dokumentiert, so Hegger, und jeder Mitarbeiter kenne seine Verantwortung. Der Prokurist weiß, wie sensibel das Thema Tierfutter für manche Medien und Teile der Öffentlichkeit ist.

Die Mitarbeiter spielen bei Miavit eine große Rolle, schwärmt Hegger nicht nur von dem Know-how der Firma, sondern auch von der sozialen Verantwortung des Chefs: Stefan Niemeyer sei Kopf und Herz des Betriebs, und bei einem Rundgang durch die Hallen bestätigen das auch Mitarbeiter. Sie mögen Niemeyer – nicht nur, weil er allen mittags in der Kantine das Essen spendiert.


Auch das Thema Ausbildung wird bei Miavit groß geschrieben. 16 Azubis werden dort Pharmakant, Lagerist oder auch Industriekauffrau. Fünf Studenten der Berufsakademie Vechta leisten bei Miavit ihre Praxisanteile.

Von den rund 120 Mitarbeitern arbeiten 55 in der Produktion und 33 in der Verwaltung, dem Vertrieb und im wissenschaftlichen Bereich. Die Wissenschaftler entwickeln unter anderem „die Cocktails“, so Hegger. Miavit halte rund 5000 Rezepturen aus 290 verschiedenen Stoffen bereit. Pro Tag verlassen 240 Tonnen Vormischung das Firmengelände. Entweder holen es die Auftraggeber ab, oder Spediteure bringen die Produkte zu den Kunden. Miavit deckt rund 37 Prozent des deutschen Bedarfs an Vormischungen.