Essen - Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) macht in dieser Woche mit Aktionen auf das ihrer Meinung nach völlig ungenügende Angebot der Arbeitgeber während der zweiten Tarifverhandlung für die Beschäftigten der deutschen Fleischindustrie aufmerksam. So seien die Arbeitgeber am 16. März in Hamburg mit einem Angebot von zehn Euro Stundenlohn weit hinter den Erwartungen der Beschäftigten geblieben. Selbst in den meisten Haustarifverträgen liege der Einstiegslohn darüber.

Damit die betroffenen Kollegen direkt und in ihrer Landessprache über die Verhandlungen informiert werden, ist die Gewerkschaft in dieser Woche vor den Werkstoren einzelner Unternehmen präsent. Am Montagnachmittag war die NGG bei Wiesenhof in Lohne, an diesem Dienstag informiert sie von 10 bis 15.30 Uhr bei Danish Crown in Essen, am Mittwoch von 11 bis 16 Uhr bei Vion in Emstek, am Donnerstag von 13 bis 15.30 Uhr bei Danish Crown in Oldenburg und am Freitag zwischen 12 und 15 Uhr bei Plukon in Visbek.

Auf Unterstützung stößt die Gewerkschaft bei den Sozialdemokraten. „Eine sehr gute Maßnahme“, heißt es in einer Pressemitteilung der SPD-Ortsgruppe Essen. „Diese Maßnahmen sind aus Sicht der SPD Essen erforderlich. Obwohl wir noch zu Beginn des Jahres das Arbeitsschutzkontrollgesetz trotz massiver Widerstände der Fleischbranche und der CDU als Neustart in einer gerechten Arbeitswelt angesehen haben, zeigen die Fleischbarone in den laufenden Tarifverhandlungen ihr wahres Gesicht“, sagte Ortsvereinsvorsitzender Detlef Kolde.

Und weiter: „Tönnies und Co. sollten endlich ihre Profitgier beenden und ihren Beschäftigten vernünftige Löhne anbieten. Damit könnte die jahrzehntelang vorherrschende Ausbeutung und Versklavung von Arbeitskräften beendet werden. Die 160 000 Beschäftigten warten weiterhin auf Facharbeiterlöhne (...).“ Auch Verbesserungen der Mindestarbeitsbedingungen seien nötig.