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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Die Angst vor der Zerschlagung

18.07.2018

Essen In der Führungskrise bei Thyssen-Krupp wächst die Angst vor einer Zerschlagung des Konzerns – wie von Finanzinvestoren gewollt. Dazu dürfe es nicht kommen, forderte Gesamtbetriebsratschef Wilhelm Segerath am Dienstag in Essen.

Nach Vorstandschef Heinrich Hiesinger hatte am Montagabend auch der Aufsichtsratsvorsitzende Ulrich Lehner das Handtuch geworfen, wohl unter dem Druck der Finanzinvestoren Cevian und Elliott. Für die Beschäftigten gehe es nun um die Sicherung der Arbeitsplätze, betonte Segerath: „Wir wollen gemeinsam mit der Stiftung und allen Aktionären versuchen, das Unternehmen zu erhalten.“

Zuvor war das ThyssenKrupp-Management von Anteilseignern wie dem schwedischen Finanzinvestor Cevian und dem US-Hedgefonds Elliott mit der Forderung nach einem schnelleren Konzernumbau unter Druck gesetzt worden. Sie haben großen Einfluss. Größter Einzel-Aktionär ist mit 21 Prozent die Krupp-Stiftung. „Wir schützen den Finanzmarkt, aber wir schützen zu wenig die Industrie und die Realwirtschaft“, kritisierte Segerath.

Thyssen-Krupp steht nach Einschätzung von Aktionärsvertretern am Scheideweg. „Die neue Spitze im Aufsichtsrat muss die Richtung vorgeben. Man muss sich zügig über die Strategie einigen“, sagte der Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Thomas Hechtfischer. Der Rückzug von Aufsichtsratschef Lehner lasse vermuten, dass es einen tiefen Richtungsstreit gibt. Bleibe Thyssen-Krupp ein Industriekonzern mit unterschiedlichen Geschäftsfeldern oder wolle man sich von Einzelteilen trennen?

Die Abgänge von Hiesinger und Lehner werfen nach Hechtfischers Einschätzung kein gutes Licht auf die Situation im Aufsichtsrat: „Das sieht nach Hauen und Stechen aus“. Lehner habe sich gegen eine Zerschlagung ausgesprochen. „Jetzt ist die Frage, stand er mit dieser Position allein da und ist deshalb zurückgetreten?“ Die Krupp-Stiftung sei jetzt als größter Einzelaktionär mehr denn je am Zug. Sie müsse das Heft des Handels in die Hand nehmen und mitbestimmen, wer künftig Thyssen-Krupp steuere. Die Spitze des Aufsichtsrates müsse zügig neu besetzt werden, um einen „Schwebezustand“ zu verhindern.

Hiesinger hatte zu seinem Rücktritt erklärt, er „gehe diesen Schritt bewusst, um eine grundsätzliche Diskussion im Aufsichtsrat über die Zukunft von Thyssen-Krupp zu ermöglichen“. Lehner nannte nun das mangelnde Vertrauen der großen Aktionäre als Grund für sein Ausscheiden. Ein gemeinsames Verständnis im Aufsichtsrat über die strategische Ausrichtung sei nicht mehr gegeben gewesen.

Mit dem Rücktritt von Hiesinger sei die Lage auch für Lehner „problematisch“ geworden, sagte ein Händler. So habe er nicht verhindern können, dass die Krupp-Stiftung Hiesinger zuletzt keine Rückendeckung mehr im Streit mit den aktivistischen Aktionären gegeben habe. Diese könnten mit Lehners Abgang ihre Forderungen eventuell nun noch besser durchsetzen.

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