ETZHORN - Die rollende Redaktion stand gestern in Etzhorn. Bürger sagten ihre Meinung.
Von Susanne Gloger
ETZHORN - Schön ists in Etzhorn, das findet auch die Gruppe aus Kreyenbrück, die mit dem Rad eine Tour auf der Freizeitroute Rund um Oldenburg gemacht hat. Die Ausflügler stoppen für eine Pause im Etzhorner Krug und besuchen schnell auch die rollende Redaktion auf dem Marktplatz. Das ist hier wunderbar,, sagt Marlene Rüscher. Nur eines hat uns unterwegs gestört. Auf vielen Grünstreifen an den Straßen in Etzhorn wuchern Brennnesseln und Brombeeren, fügt ihr Mann Willi Rüscher hinzu.Das .stimmt, findet Dieter Becker. Der Etzhorner zeigt in Richtung Ohmstede. Vom Marktplatz aus gesehen, macht der Grünstreifen an der Butjadinger Straße keinen guten Eindruck. Das sieht doch für eine Ortsdurchfahrt zu ungepflegt aus, moniert Becker. Was ihn auch stört, ist die stets demolierte Telefonsäule auf dem alten Marktplatz Da ist schon wieder der Hörer abgerissen. Kritisch betrachtet der Anwohner die vielen Raser auf der Butjadinger Straße. Die halten sich weder an 50 Km/h noch an Tempo 30 vor der Grundschule. Die Frieslandstraße müsste, wie es die Stadt in Aussicht gestellt habe, angeschlossen werden. Das würde uns hier entlasten.
Kerstin Lackner ist vor vier Jahren nach Etzhorn gezogen. Ich wohne sehr gerne hier. Nur mir fehlt die Infrastruktur. Sie wünscht sich kleine Geschäfte im Ort. Es ist hier sehr anonym. Kleine Läden wären ein Treffpunkt, wo man miteinander ins Gespräch kommt. Ärgerlich findet es die Ex-Bremerin, dass einige Zeitgenossen einfach ihren Müll ins kleine Wäldchen zwischen Ekernstraße und Etzhorner Weg werfen. Und außerdem: Viele Autofahrer begreifen nicht, dass es keine Ausfahrt aus dem Etzhorner Weg gibt. Dann wenden sie auf unserer Einfahrt. Das ist nervig.
Mehr Einkaufsmöglichkeiten wünscht sich auch Gisa Grein. Gerade für alte Menschen ist das ein Problem, sagt die Rentnerin. Man kriegt lange Arme, wenn man die Einkaufstaschen von den weiter entfernten Supermärkten nach Hause tragen muss. Für größere Besorgungen ist man aufs Auto angewiesen. Außerdem gibt es keine Apotheke. Die ist gerade auch für Ältere wichtig. Und wir haben keine Post.
Seit 30 Jahren lebt Horst Zoll in Etzhorn. Der 65-Jährige hat einen großen Wunsch: Man müsste den alten Dorfplatz verschönern. Jetzt stehen da nur Lastwagen und Altglascontainer. Außerdem ist dem Anwohner der Zustand des Durchgangs von der Butjadinger Straße zur Stephanusstraße ein Dorn im Auge. Dort sammelt sich der Dreck, und keiner fühlt sich dafür zuständig, auch nicht die Stadt.
Vielleicht ist das ein Hinweis für Hermann Suhr? Er ist der Etzhorner Stadtbildpate, erklärt Bürgervereinsvorsitzender Wilfried Doddek. Er macht seine Arbeit hervorragend. Er fährt mit dem Rad durchs Viertel und meldet verdreckte Stellen an den Abfallwirtschaftsbetrieb.
Erbost ist Dietmar Brünjes über die Werbefront an der Bushaltestelle am Marktplatz. Kommt man aus der Ekernstraße, hat man nur Einsicht in die Butjadinger Straße, wenn man weit nach vorne fährt. Auch wenn Firmen mit ihrer Werbung für die Finanzierung der Haltestelle gesorgt haben, muss die Verkehrssicherheit doch gewährleistet sein.
Ein Problem mit dem Straßenverkehr hat auch René de Rot. Er wohnt im Neubaugebiet am Mittelkamp. Diese Straße wird als Durchgangsstraße genutzt. Nur wenige halten sich an Tempo 30 und trotz Durchfahrtsverbot für Lastwagen fahren hier oft Brummis. Beim Kauf des Grundstücks habe die Stadt gesagt, der Mittelkamp werde dichtgemacht und die Frieslandstraße dafür verlängert. Doch bisher ist nichts passiert.
Für größere
Besorgungen ist man aufs Auto angewiesen
Gisa Grein
