Oldenburg - Viele Entwicklungen hätten mit Ängsten zu tun – und diese führten dazu, dass man sich zum Beispiel als Nation einigele oder technische Neuerungen ablehne. „Das wird dann zum Thema von Populisten“, meinte Dr. Werner Brinker, Vorstandsvorsitzender der Oldenburger Wirtschaftsbildungsinitiative wigy, am Freitagabend beim „wigy Forum 2016“ in der Zentrale der Oldenburgischen Landesbank (OLB).
Oft komme es zu Ängsten, weil keiner die Themen richtig verstanden habe. Als ein solches, wichtiges Thema gilt für wigy die EU, erläuterte Brinker. Sie soll verstärkt zum Thema der ökonomischen Bildung werden. Am Ende könnten Jugendlichen Ängste genommen und Chancen der Gestaltung aufgezeigt werden.
„Die Bildungsaufgabe der Schule liegt darin, das strukturell Bedeutsame herauszuarbeiten“, meinte Professor Hans Kaminski (Institut IÖB). Er nannte beispielhaft Fragen: Was ist der Europäische Binnenmarkt? Was ist der Unterschied einer Freihandelszone, einer Zollunion, eines gemeinsamen Marktes und einer Wirtschafts- und Währungsunion? Was bedeuten die Freiheit von Waren, Dienstleistungen, Kapital und Arbeitskräften?
„Wir kommen um das Thema Europa nicht herum“, sagte der Oldenburger Professor Dirk Loerwald. Das brächten schon aktuelle Veränderungen mit sich. Etwa: Stellen die verschiedenen Facetten der Eurokrise und der Brexit die europäische Idee infrage? Europaweit müsse ökonomische Bildung mehr Gewicht bekommen. IÖB und wigy haben schon Kooperationen.
Es gehe darum, „in einer globalisierten Welt die Zusammenhänge zu verstehen“, meinte wigy-Vorstandsmitglied Hilger Koenig. Das sei gerade in einem exportorientierten Land wie Deutschland wichtig.
Einschätzungen aus erster Hand gab als Gast Elmar Brok, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Europäischen Parlaments.
Der von Dr. Claudia Verstraete eingeleitete Abend wurde von der Schüler-Band „KayGees“ (KGS Rastede) musikalisch umrahmt. Lehrer Lutz Hoffmann von der Oberschule Osternburg stellte mit Schülern ein Schülerfirmenprojekt vor.
