Brüssel - Das Europäische Parlament hat am Dienstag die Begrenzung von Bonuszahlungen für Banker gebilligt. Die Abgeordneten stimmten mit überwältigender Mehrheit für das Finanzpaket zur Umsetzung des sogenannten Basel-III-Abkommens, in dem die Regelung enthalten ist. Es kann nächstes Jahr in Kraft treten.

Bonuszahlungen sollen demnach künftig nicht höher liegen als ein jährliches Grundgehalt. Das Doppelte kann gezahlt werden, wenn eine große Mehrheit der Aktionäre dem zustimmt. Die Regelung gilt für Banken in der EU und für deren Angestellte in anderen Ländern.

Bereits im März hatten die EU-Institutionen eine informelle Einigung in der heiklen Frage erzielt. Nun steht noch die Zustimmung der 27 EU-Regierungen im Ministerrat aus. Diese gilt als sicher. Großbritannien hatte nach zähen Verhandlungen seinen Widerstand aufgegeben, nachdem es einige kleine Änderungen durchgesetzt hatte.

Der Kompromiss ist Teil eines Gesetzespaketes zur Bankenreform, das Geldinstitute davon abhalten soll, für kurzfristige Profite hohe langfristige Risiken einzugehen. Banken unterliegen künftig auch schärferen Eigenkapital-Anforderungen. Sie müssen außerdem transparenter arbeiten, indem sie Gewinne, Steuern und staatliche Subventionen offenlegen.

Mit der heutigen Entscheidung würden Banken widerstandsfähiger gegen Krisen gemacht, damit sie nicht mehr mit Steuergeldern gerettet werden müssten, sagte der konservative Abgeordnete Othmar Karas. Im nächsten Schritt muss das Paket in den Mitgliedstaaten in nationales Recht umgesetzt werden.