Brüssel - Ob Staubsauger, Backofen oder – wie am Wochenende bekannt wurde – Kaffeemaschine: Die EU will den Energieverbrauch vieler Geräte des täglichen Lebens mindern. Ausgesprochene Stromfresser werden ganz verboten. Damit will die EU das Klima schonen und Bürgern das Stromsparen erleichtern.

Was schreibt die

Ökodesign-Richtlinie vor

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Wie Produkte „umweltgerecht gestaltet werden“ – sprich: wenig Strom verbrauchen. Ursprünglich bezog sie sich nur auf elektrische Geräte wie Fernseher, Geschirrspüler oder Lampen. Seit der Novellierung stellt Brüssel aber auch Geräte auf den Prüfstand, die den Umgang mit natürlichen Ressourcen verbessern können. Die Richtlinie soll helfen, das Klimaziel der EU bis 2020 einzuhalten.

Wozu haben Produkte

Energie-Etiketten

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Damit Kunden strom- und geldsparende Geräte kaufen. In der EU werden Geräte wie Waschmaschinen oder Kühlschränke mit einer Skala von grünem A (besonders sparsam) bis rotem G klassifiziert.

Wie sieht die Vorschrift

für Kaffeemaschinen aus

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Hier soll es ab dem 1. Januar 2015 eine automatische Abschaltung der Warmhaltefunktion geben. Für Filter-Kaffeemaschinen mit einer Isolierkanne beträgt die Wartezeit fünf Minuten, bei Maschinen ohne Isolierbehälter maximal 40 Minuten. Die Hersteller können der Kommission zufolge aber entscheiden, ob sie es den Verbrauchern ermöglichen, die automatische Abschaltung wieder abzustellen.

Wie lautet

die Kritik

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Kritiker werfen der EU vor, sich in Banalitäten zu verzetteln. „Die EU sollte sich um wichtige Themen kümmern. Die Heizdauer von Kaffeemaschinen gehört mit Sicherheit nicht dazu“, hatte der Kieler CDU-Landtagsabgeordnete Hans-Jörn Arp den „Lübecker Nachrichten“ gesagt. Die EU-Kommission rechnet hingegen gerne vor, wie viel Strom oder Kohlendioxid sich pro Jahr mit Hilfe der neuen Regeln sparen lasse.

Was sagt die Industrie


zu dem Thema

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Der Branchenverband ZVEI gibt Entwarnung. Wie zuvor die strengeren Regeln für Staubsauger, so werde die Elektroindustrie auch die neuen Auflagen für Kaffeemaschinen meistern. Die Hersteller seien vorbereitet.

Was bedeutet das

für die Verbraucher

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Verbraucher können mit effizienteren Geräten Strom sparen. Leistungseinbußen müssen sie nach Angaben der Industrie nicht fürchten. Über verschärfte Vorschriften zum Energieverbrauch von Backöfen und Kochfeldern sagt der Geschäftsführer des Fachverbandes Hausgeräte im ZVEI, Werner Scholz: „Man wird weiter hervorragend backen und kochen können.“

Für was will die EU noch Vorschriften machen

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Die Liste ist lang. So müssen etwa Computer im Laufe der nächsten Jahre immer stromsparender werden, ebenso Geschirrspülmaschinen, Ventilatoren oder Wäschetrockner. Der Verkauf von Staubsaugern mit hohem Energieverbrauch ist vom 1. September 2014 an verboten.