Tettens - Pastor Fritz Weber hat ein neues Hobby: Er beobachtet seit gut einer Woche Eulen. Die Tiere wohnen nämlich seit kurzem auf dem Dachboden der Tettenser Kirche. Dort haben sie es sich in dem eigens für diesen Zweck gebauten Nistkasten gemütlich gemacht. Und der ist ausgestattet mit einer Kamera, die Live-Bilder überträgt, die im Internet abrufbar sind. „Das ist schon spannend“, sagt Weber. Mehrmals täglich beobachtet er das Eulenpaar dabei, wenn es sich putzt oder schläft. „Gegen Abend sind die Tiere meistens verschwunden, ich denke, sie fliegen dann zur Jagd“, sagt Weber. Fast zwei Jahre lang hat er auf den Einzug von Eulen gewartet. „Lange Zeit hat die Kamera nichts als Stroh gezeigt“, sagt er.

Wie berichtet, hatten 2012 Schüler der Tetta-von-Oldersum-Grundschule gemeinsam mit dem inzwischen gestorbenen Gerd Christoffers im Werkunterricht auf Plattdeutsch den Schleiereulen-Kasten gebaut. Der Kasten ist 1,07 Meter breit, 96 Zentimeter hoch und tief – und soll den seltenen Schleiereulen samt ihrem Nachwuchs ein passendes Zuhause geben.

„Ob es sich bei dem Eulenpaar tatsächlich um Schleiereulen handelt, wissen wir noch nicht genau“, sagt Weber. Ähnlichkeiten seien aber vorhanden.

Der Eulenkasten steht auf dem Kirchboden direkt über dem Chor und wurde per Seilzug an die richtige Stelle gebracht. Die Kiste hat zwei Abteilungen – eine „Diele“, die direkt am Einflugloch im Ostgiebel der Kirche liegt und dahinter den eigentlichen Brutraum. Wichtig zu wissen war für die Ausrichtung des Kastens, dass Eulen ihre Bruthöhlen in der Regel von Südost anfliegen – da passt das Fensterchen im Kirchengiebel perfekt.

„Das alles hat sich jetzt offenbar ausgezahlt“, freut sich Fritz Weber, der auch gleichzeitig Schirmherr der Aktion ist. Vogelschützer Volker K. Prüter begleitet das Projekt als ornithologischer Berater.


Einen Wunsch hat Weber aber noch: Einen Monitor in der Kirche, der die Eulen zeigt. Das wird allerdings schwierig werden, denn die Kirchenwände sind viel zu dick, dort kommt das Signal der Webcam nicht an.

Finanziert wird das Schleiereulen-Projekt durch die Bingo-Lotterie. Den Antrag dort hatte Gerd Christoffers eingereicht. „Und die Leute von der Bingo-Stiftung waren es auch, die mir den entscheidenden Hinweis lieferten, dass der Eulenkasten jetzt bewohnt ist“, betont Weber. Die Eulen können im Internet beobachtet werden.