NWZ
-Diskussionsrunde aus. Deutschland hat unglaublich vom Euro profitiert, sagte der Bremer Wirtschaftsprofessor und verwies u.a. auf die Bedeutung für die Exportwirtschaft. Ohne das Euro-Projekt hätte die Finanzmarktkrise zu schwersten Spekulationen geführt, die Deutschland ungleich härter getroffen hätten.Schwerste Konstruktionsfehler sah er allerdings darin, wie das Projekt der Währungsunion im Vertrag von Maastricht angegangen worden sei. Realwirtschaftliche Kriterien hätten keine Rolle gespielt und notwendige Sicherungsmechanismen für den Krisenfall seien nicht näher diskutiert worden.
Für die Zukunft zeichnete Hickel drei Szenarien: den Ausschluss schwacher Länder, eine Aufteilung des Eurogebiets in eine Knoblauch-Zone und eine Nicht-Knoblauch-Zone oder den Versuch, aus Fehlern zu lernen und das Euro-Projekt fortzuführen. Da Hickel die Ansicht vertrat, dass die beiden ersten Szenarien den schwachen Ländern nicht wirklich helfen würden, sprach er sich für die dritte Variante aus.
Als Instrumente zur Bewältigung der Krise setzte er sich u.a. für eine Ausweitung des Euro-Rettungsschirms und Euro-Bonds zur finanziellen Stabilisierung aus. Langfristig müssen wir in Richtung einer wirtschaftlichen Koordination, sagte er.
