Eversten - Diese Nachricht ist wirklich traurig: Das mittlerweile traditionelle Martinsgansessen für Obdachlose und Bedürftige fällt in diesem Jahr aus. Seit 2013 organisieren die drei Oldenburger Peter Haver, Thomas Harich und Rolf Thomas Weber die Veranstaltung, bei der die Teilnehmerzahl in den vergangenen Jahren stetig gestiegen ist.
Achte Auflage abgesagt
„In diesem Jahr müssen wir das Event aufgrund der Corona-Pandemie schweren Herzens abblasen, gerade in der härtesten Zeit, im Winter“, teilt Rolf Thomas Weber in einem Schreiben an unsere Redaktion mit. Es wäre in diesem Jahr bereits das achte Martinsgansessen für Bedürftige in der Oldenburger Kreuzkirche gewesen. In der Vergangenheit haben sich zu diesem Anlass lange Warteschlangen vor dem Gotteshaus gebildet. Bis zu 200 Personen haben das Angebot mit Rahmenprogramm in Anspruch genommen.
„Zu den Garantieträgern der gelungenen Abendveranstaltung gehörten unter anderem bekannte Künstler wie Jens Sörensen, Kim Harich, die Gruppen Sweet Sugar Swing mit Annie Heger sowie Take Care mit Martin Dams oder Anica Russo, Emily Fröhling, Tabea Suckut und weitere namhafte Interpreten“, erinnert sich Weber. Auch die kulinarische Bewirtung von Michael Niebuhr und seinem Team vom „Nordenholzer Hof“ aus der Gemeinde Hude unter der Leitung von Küchenchefin Alexandra Ataew stand für hohe Qualität, die es in diesem Jahr nicht geben wird.
Eine besondere Verantwortung
„Als Veranstalter tragen wir eine besondere Verantwortung gegenüber unseren Gästen, Helfern und Partnern. Dieser Pflicht können wir aber guten Gewissens nicht mehr nachkommen, da Eingeladene leider in die sogenannte Risikogruppe fallen“, berichtet Weber weiter. Die Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen und insbesondere auch die Auflagen in Bezug auf die verordneten Abstandsregeln seien für für das Team leider nicht umsetzbar.
Doch auch wenn es in diesem Jahr kein Martinsgans-Essen geben wird – eine restlose Absage gibt es nicht. Denn das Organisationsteam hat sich eine Alternative einfallen lassen: „Wir hoffen, mit der verstärkten Verteilung von notwendigen Hilfsgütern, Textilien, Frottierwaren und Artikeln des täglichen Bedarfs, auch jetzt etwas dazu beitragen zu können, die größte Not etwas zu lindern. Kurz vor dem Fest soll eine Überraschungs-Weihnachtsgeschenk-Tüte von uns verteilt werden, um den betroffenen Menschen zu bedeuten, dass wir sie trotz der Absage auf keinen Fall vergessen haben“, berichtet Rolf Thomas Weber weiter.
Zuversichtlich gestimmt
Und auch für die Zukunft ist der Organisator zuversichtlich gestimmt: „Die Martinstafel im nächsten Jahr ist bereits in Planung, denn auch wir hoffen inbrünstig, dass die Pandemie im nächsten Winter der Vergangenheit angehören wird.“
